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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 136

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 136)
Language
German
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IRI
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m Hallen des Lehrhauses, um freudigere Eindrücke zu gewinnen, um frohere Bilder zu schauen. Von keiner Zeit gilt das Gesagte in höherem Grade, als von der Zeit der Schreckensherrschaft des grausamen, blutdürstigen, argwöhnischen, gegen Rom liebedienerischen Herodes, der, alles religiösen und nationalen Empfindens bar und ledig, nur zur Befriedigung seines persönlichen Ehrgeizes und zur Begründung des Glanzes seiner Dynastie seine antinationale Politik führt, alle wahren Patrioten verfolgt und der Religion aufs Frivolste in’s Gesicht schlägt. Es ist eine traurige Periode der jüdischen Geschichte. Und doch ist sie wieder eine glückliche, wenn wir das Lehrhaus aufsuchen, wenn wir im Lehrhause Männer wie Hillel und Schammai hingebungsvoll am geistigen Bestände des Judentums arbeiten sehen und die beglückende Hoffnung uns erfüllen muss, dass, so lange das Lehrhaus nicht verwaist ist, das Judentum nicht verloren ist; denn im Lehrhause war man bemüht, die ewigen Wahrheiten des Judentums festzustellen. Mit Recht sagt darum die Mischnah, dass, wenn es Kämpfe gebe, die von ewiger Dauer seien, wir die zwischen Schammai und Hillel ausgefochtenen Kämpfe, deren Schluss-Ergebnis die Feststellung der Wahrheit ist, als solehe betrachten müssen, deren Wirkung eine nicht zerstörbare sein wird. Diese beiden Männer, Schammai sowohl wie Hillel, vermochten selbst einem Herodes Achtung und Scheu einzuflössen. Als er alle seine Untertanen den Eid der Treue schwören liess, weil er in seinem Argwohn ihnen nicht traute, da erliess er den beiden Gelehrten und ihren Anhängern den Eid, den zu leisten sie aus religiösen Gründen sich weigerten (Jos. Antiq. XY, 10, 4) 1). Im allgemeinen sind die beiden Gelehrten in ihrer Wirksamkeit auf gesetzlichem Gebiete kaum zu trennen. Hillel aber muss ganz besonders als eine epochale Persönlichkeit erachtet werden. Er nimmt schon um des willen unser ganzes Interesse in Anspruch, weil er in den zahlreichen Sprüchen, die uns in Mischnah und l) Wenn Josephus von Pollio und Sameas spricht, so könnte mau wegen des Gleichklangs der Namen an Schemaja und Abtaljon denken. An dieser Josephus-Stelle muss aber Schammai nnd Hillel gemeint sein. Ob man hei Pollio nicht an eine Gleichsetzung des auch der Bedeutung nach verwandten Hillel und Helios nnd dann weiterhin an die Wiedergabe von Helios mit Apollon denken darf? ,

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