Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 97)
- Language
- German
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94 dieser Feiertage vom 22. März bis 25. April enger fassen soll. Für ans Jaden wird die erstere der beiden Umgestaltungen den grossen Nachteil mit sich bringen, dass der שבת von Jahr zu Jahr mit einem andern Wochentag zusammenfallen und nur rund alle fünf Jahre sich, wie jetzt, mit dem Samstag decken wird. Wer könnte daran zweifeln, dass ähnlich der zweiten Verbesserang auch Vorschläge werden gemacht werden, die eine ״Korrektur“ des jüdischen Kalenders im Auge haben? Vereinzelt sind schon Gedanken geäussert worden, man möge auch unserem פסח- Fest die Endtermine 27. März und 25. April näher aneinanderlegen, oder dass das חג הפסח und חג השבועות stets an den entsprechenden Festtagen der andern Religionen gefeiert werden, oder dass für die ראש השנה- und dementsprechend für die סוכותand עצרת r3^־Feste stets der Samstag und Sonntag gewählt werde u. a. m. Glücklicherweise haben derartige Pläne bisher keine feste Form angenommen; dass sie in absehbahrer Zeit wieder zur Diskassion gestellt werden, muss immerhin als nicht ausgeschlossen betrachtet werden. Werden sich in den Kreisen des überlieferten Judentums auch immer Männer finden, welche unter Berufung auf die oben genannten Autoritäten und durch Beherrschung des hierfür in Betracht kommenden talmudischen und astronomischen Quellenmaterials jene Projekte zur&ckzuweisen in der Lage sein werden? Es möge rechtzeitig Vorsorge getroffen werden, dass das heranwachsende Geschlecht sich ein gediegenes Wissen in diesen Gegenstanden aneignet, die scheinbar nur theoretischen Wert haben, in Wirklichkeit aber auch von der höchsten praktischen Bedeutung sein könnten. Aach noch nach einer anderen Richtung hin tritt der Mangel der Beschäftigung mit der חכמת תקופות ומזלות in jüdisch-talmudisehen Kreisen hervor. Ein Blick in die chronologische Literatur der letzten Jahrzehnte zeigt, dass das Interesse für alle in das Gebiet der Kalenderkande fallenden Fragen sowohl bei den Theologen and Philologen als auch bei den Mathematikern und Historikern ein sehr reges ist; erfreulicherweise gilt dies auch im besonderen für jüdische Chronologie. Allein seit Beginn dieses Jahrhunderts sind eine ganze Reihe bemerkenswerter Wissenschaftlieber Abhandlungen über kalendiographischeThemata veröffentlicht