Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 96)
- Language
- German
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Der Zweck einer genauen Durchsicht und Prüfung der jüdrsch-astronomischen Literatur ist im vorhergehenden dargelegt worden. Um es mit wertigen Worten zu wiederholen, es handelt sieh vm die histo׳rische FetftsteJhmg, welcher Anteil an der Ent- Wickelung der Astronomie und der mit ihr eng verbundenen sa&tisehen Wissenschaft im Mittelalter den laden gebührt. Wir ״Epigonren“ des zwanzigsten Jahrhunderts sollten es als eine Ehrenpflicht gegen unsere von den Foltern der Inquisition gequälten und dabei mit wissenschaftlichen Problemen sich beschäftigenden Vorfahren ansehen, den heutigen und künftigen Geschlechtern Dehnmente aus jener Zeit vorzulegen, die einen weiteren Beweis zu der schon mehrfach festgestellten Tatsache liefern werden, dass dank der Erziehung durch unsere Religion die Zeit unserer körperlichen Erniedrigung zugleich stets die Epoche unserer geistigen Erhebung war. Mehr noch als das wird aber durch die Herausgabe des einen oder anderen chronologisch-astronomischen Werkes ans der spanisch-jüdischen Blüteperiode angestrebt. Zu allen Zielten bat die Theorie des jüdischen Kalenders und ihrer astronomischen Grundläge einen wesentlichen Bestandteil jüdischer Lehre gebildet. Ibis Interesse dafür bat in den letzten Jahrzehnten aus hier nicht näher zu untersuchenden Gründen merklich abgeimnme«. Bekanntlich zielt nun in den westlichen Ländern Europas, namentlich in Deutschland, schon seit Ende 4es verflossenen Jahrhunderts •eine Richtung dahin, den gregorianischen Kalender, der in allen KüHbt- Staaten der übliche ist, zu vereinfachen. Der Weltkrieg hat zwar die nach diesem Punkt hin bereits unteraosumenen itttemaüonalen Bemühungen wertlos gemacht. Es ist aber damit zu rechne«, dass sie nach Friedensschluss wieder aufleben und wahrscheinlich von Erfolg gekrönt sein werden. Man wird tonn — das ist der Zweck jener Modifikation — durch Einfügen eines einzelnen Tages m gewöhnlichen Jahren und von zwei Tagen in Sebattjakrea am Schluss des Jahres, die zum Unterschied von aUen übrigen Tagen des Jahres keiner Woche zugezählt werden, erreichen, dass atUjährlich jedes Monatsdatam auf denselben Wochentag fallt. (Jetos gewöhnliche Jahr hat einen, jedes Schaltjahr zwei Tage atebr als 52 volle Wochen.) Damit wird ferner eine Neuregelung des Christ- Indien ‘Osterfestes verknüpft sein, welche die bisherigen Grenaea