Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
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der nautischen Wissenschaft ergründet haben, ignorierten oder unterdrückten systematisch diese Arbeiten. Vielleicht verhielt man sich dagegen ablehnend wegen der Schwierigkeiten der Sprache (die gedruckten und die handschriftliche Werke sind in hebräischer oder arabischer Sprache verfasst), sodann aber infolge eines Gefühls der Verachtung, das nur von dem Mangel an Urteilskraft und kritischem Sinn herrührt. Untersuchungen, welche die historische Wahrheit zum Ziel haben, lassen sich durch religiöse Vorurteile nicht beeinflussen. Man kennt seit langer Zeit die Rolle, welche die Juden der pyrenäischen Halbinsel im Mittelalter als Vermittler zwischen der arabischen und lateinischen Kultur gespielt haben; man besitzt überdies eine beträchtliche Zahl von Original-Werken oder lieberseizungen, die aus diesen Kreisen stammen. Man übersetzte häufig vom Arabischen ins Hebräische, ins Spanische, ins Lateinische, und zuweilen beruhte diese letztere erst auf der hebräischen Uebersetzung. Auf diese Weise fanden sich von den bedeutenden Arbeiten der arabischen Astronomie häufig mehrere Uebersetzungen und überdies sehr zahlreiche Kommentare. Die Epoche der hebräischen Uebersetzungen beginnt ungefähr zur Zeit der Gründung der portugiesischen Monarchie, ein Jahrhundert vor König Alfonso. Die Begeisterung, mit der dieser Herrscher sich anschiekte, die astronomischen Arbeiten der Araber zugänglich zu machen, ermutigte in hohem Grade derartige Studien und rettete, was durch den Verfall der arabischen Herrschaft seit der Zerstörung Cordobas im J. 1236 vom Untergang bedroht war. Ihm folgten andere erleuchtete Geister: Kaiser Friedrich II., Peter IV. von Aragonien, Robert von Anjou; das sind aber nur einige Beispiele. Zusammenfassend kann man sagen, dass im 14. und 15. Jahrhundert alle Höfe, die grossen und die kleinen, diejenigen von Katalonien, Kastilien, Navarra, Portugal, Italien, ebenso wie die Kardinäle, die Päpste in Rom und Avignon die Förderer astronomischer Studien gewesen sind. Hier hat man die Ursache für die grosse Anzahl der Astrologen und der Arbeiten über Astrologie zu suchen. Die Juden wurden durch ihre Isolierung zur wissenschaftlichen Tätigkeit getrieben. Von einer Menge von Berufen und Gewerben ausgeschlossen, eingepfercht von allen Seiten, entwickelten sie im 14. und 15. Jahrhundert eine fieberhafte Tätigkeit in wissensc!. %