Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 70)
- Language
- German
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67 schaffen war, so hatte dies doch nichts mit der erzwungenen räum* liehen Separation innerhalb eines Ghetto zu tun. Ein solches wurde zwar in Sizilien zuerst, aber nicht unter Kaiser Friedrieh II.1), sondern unter Friedrich von Aragonien und viel später gegründet. ץ) England 2). Die Juden in England waren lange auf Grund des Schutzes, den ihnen der König gewährte, Eigentum des Königs. Aber nicht als Knechte; ״so gut wie andere Fremde, die mit dem Eroberer nach England gekommen waren, wurden die Juden eingebürgert, wenn auch unter besonderem Rechtstitelu 5). So hatte Wilhelm 11. noch vor seiner Thronbesteigung dem Juden Menasse entfremdetes Kirchengut gegeben. An Heinrich II. und Richard Löwenherz hatten sie oft ganz ausserordentliche Leistungen zu entrichten. Die Organisation des Judenschatzamtes unter Richard gab Mittel an die Hand, über das Vermögen der Juden in weitestem Masse zu verfügen, Mittel, die Johann ohne Land bald sehr gewalttätig ausnützte. Die Magna Charta, die erste Verfassungsurkunde, enthielt in ihren die Juden betreffenden Bestimmungen nur solche Gesichtspunkte, die zur Regelung des Geldhandels der Juden notwendig schienen. Aber in all dem merken wir nichts von einem besonderen Einfluss der Kirche auf die Juden. Erst vom Konzil zu Oxford (1222) an gelangten die Prinzipien der Kirche, wie sie Innozenz vertreten hatte, zur Geltung, sodass die in ihrem Leben bedrohten Juden, die bis dahin in Kirchen und Klöstern ein Asyl finden konnten, durch jenes Konzil auch dieser Zuflucht beraubt wurden. Indem der von Innozenz eingesetzte Erzbischof von Canterbury, der berüchtigte Stephan Langton, zur Herrschaft gelangte, wurde das Uebergreifen der Innozenzschen Rechtsbeschränkungen auf England für die Zukunft angebahnt. ג) So Grätz, VII, S. 97, dagegen Güdemann, II, S. 102. Vgl. auch dazu Güdemann S. 283 und Straus, S. 46. 2) J. Jacobs, The Jews of Augewin, England, London 1893. J. Gold- Schmidt, Gesch. der Juden in England im 11. u. 12 Jbrhdt., Leipz. Dias. 1886. a) Caro, S. 318 und Anmerkung. S. 500. 5*