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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 33

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 33)
Language
German
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IRI
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30 zwei Hanptrichtungen, in die ״einschränkende“ ä la Maimonides und in die ״ausdehnende“ ä la Alfasi, einteilt. Sehr richtig widerlegt ihn M. W. ßapoport1), indem er sagt: ״So scharf lassen sich die Gegensätze nicht sondern. Hat doch Maimonides neben dem Jad Hachasaka auch den Mischnakommentar und Caro selbst neben dem Schulchan Aruch noch den ״Beth Joset“ verfasst, . . . . Nur die Werke können so gruppiert werden, aber nicht die Menschen, die Verfasser, usw.“ Keiner unserer Kodifikatoren wollte wirklich ״einschränken“. Maimonides verlangt ausdrücklich, dass sein Werk nur gemeinsam mit dem des Alfasi eingehend studiert werden möge; Ascheri fordert strenge, dass nur derjenige nach seinem Werke entscheiden dürfe, der mit dem Talmud genau vertraut sei 2 *). Nicht anders dachten die Verfasser des Tur und des Schulchan Aruch s). Statt ״einschränkende“ und ״ausdehnende“ wollen wir lieber diese zwei Methoden nennen : die ,,historische“, welche uns nämlieh den Werdegang der Halacha mitteilt, und die ״juridische“, welche uns nur die Normen angibt4). Beide ergänzen einander. Die Kompendien ersterer Methode sind esoterischer und diejenigen der letzteren Methode exoterischer Natur. Werke letzterer Art sind zumeist auch als ßepetitionsschriften gedacht 5j, aus denen kein Gelehrter von Beruf seine Weisheit von vornherein schöpfen würde. Beide Methoden finden ihre Begründung in der menschlichen Psyche. Der Geist strebt nach Abwechslung von Integrieren und Differenzieren, lässt sich aber nicht lange von integrierenden Werken gefangen nehmen ר־ ein Gesetzbuch, welches dje Normen als Machtsprüche ohne Angaben der Quellen und vernunftgemässe l) VgL Israelitisches Wochenblatt für die Schweiz 1916, Nr. 27, S. 12. ף Ascheris Rga. Nr. 31, 9. ף Vgl. תוספות יו״ט» Einleitung zu מעדני יו״ט 4 .ודברי חמודות) Vgl. M. W. Bapoport, Die Methodenfrage beim jüdischen Rechte etc., Köhlers Zeitschrift für vergleichende Rechtswissenschaft, XXXIII. Band, 1. und 2. Heft. *) Vgl. Einleitung zu □ךןוו אך und besonders zu חכמת אדם. Bernfeld macht in seiner literarischen Jahresrevue (Jahrbuch für jüdische Geschichte und Literatur, Bd. 19, S. 50) auf folgende Tatsache, die wenig bekannt zu sein scheint, aufmerksam: Die älteren Ausgaben des Schulchan Aruch enthalten eine kurze Vorrede des Verfassers, in der dieser deutlich sagt, dass sein Buch nichts als ein Kompendium für Schüler sein soll.

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