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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 32

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 32)
Language
German
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29 Namen des Verstorbenen trägt. Das Verfolgungsjahr 1349 bat eine Menge solcher Fälle gezeitigt. — Wie wir eben ausgeführt haben, zeugt diese Urkunde von der Anwesenheit eines Rabbiners R. Moses ben Paltiel Chajim in Zürich im Jahre 1385, der gewiss mit dem Rabbiner R. Moses ben Paltiel Chajim, welcher, wie oben (S. 23) gesagt, zwei Jahre später (1387) hier das in der Bibliothek der Bodleiana unter Nr. 865 aufbewahrte Manuskript des ״Zürcher Semak“ vollendet bat, identisch ist. 7. Zur Charakteristik des ״Ztlrcher Semak“. Die Kodifikation des Halachastoffes war von jeher das scbwierigste Problem, mit dem sich unsere grössten Geistesheroen beschäftigten. Ein Gesetz kann noch so sorgsam genau formuliert sein, immer lässt es verschiedene Deutungen zu, und immer erheben sich, wenn es auf die unendliche Mannigfaltigkeit der wirklichen Lebensverhältnisse angewendet werden soll, Fragen über Fragen1). Der menschliche Geist lässt sich schwer bändigen und in starren Normen fesseln; er will die ewig sprudelnde Quelle, die talmudisehe Diskussion, aus der das Gesetz herausgeschält wurde, kennen lernen. Deshalb nennt der Talmud den, der eine Halacha direkt aus der Mischna entscheidet, einen Weltenzerstörer2). Im allgemeinen kann man in der Kodifikationsliteratur zwei Methoden beobachten. Die eine hebt die Norm aus der Diskussion heraus und stellt sie so ohne Quellenangabe und Belege hin; diese gipfelt in dem Werke Jad Hachasaka des R. Moses ben Maimon. Die andere hingegen geht zuvor auf die Quellen ein, entwickelt aus denselben die Norm, stützt sie durch Beweise und Gewährsmänner. Diese Methode erreicht ihren Höhepunkt in den Werken des Alfasi, Ascheri und in R. Salomon ben Adereths תורת הבית. Beide Methoden wurden zuweilen von einem und demselben Verfasser angewendet, denn sie können einander nicht verdrängen. Falsch ist Tschemowitz'3) Auffassung, der unsere Kodifikatoren in 2) Vgl. Delitzsch, Jüdisches Handwerkerleben u. 8. w., 2. Aufl., Erlangen 1875, S. 35 f. 2) Vgl. Sota 22 a, vgl. ferner Pea II, 6, jer. Chagiga I, 8. f. and Taschbez Nr. 531. s) Tschemowitz, Die Entstehung des Schulehan Aruch, Bern 1915, S. 22 ff.

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