Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 29)
- Language
- German
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von Zürich den Misshandelten vor seiner Entlassung schwören und urkundlich bezeugen, dies nicht tun zu wollen. Der Aussteller dieser Urkunde, so behauptet Landau drittens, war offenbar zwar der deutschen Sprache mächtig, aber ihm waren nur die [hebräischen Schriftzeichen geläufig, die doch schwerlich den Zürcher Ratsherren bekannt gewesen sein werden. Wie man es unter diesen Umständen kontrolliert habe, ob der Wortlaut seiner Niederschrift dem entsprach, was der Rat verlangte, bleibe dahingestellt. Viertens endlich befremde es, sagt er, dass zwei Zeugen, Jakob, Sohn Jakobs, und Isaak, Sohn Isaaks, gleiche Namen wie ihre Väter führen, was ja bei den Juden nicht gebräuchlich sei. Hierauf glauben wir folgendes erwidern zu dürfen: Ad 1° und 2°. Wie wir bereits bemerkt haben, lautet das Datum dieser Urkunde nicht, wie Landau es entzifferte,: קצ״ה 1435, sondern 1385 קמ״ה. Unsere Urkunde verdiente deshalb wohl in die Akten des Sammelbandes 1383—1385 des Zürcher Staatsarchivs eingereiht zu werden. Dieses Schriftstück ist aber nur aus jener Zeit zu erklären und steht mit den übrigen Akten im folgenden Zusammenhang. Am 10. Mai 1383 erging nämlich vom Rate Zürich folgender Erlass x): ״Alle Juden Zürich sullent sweren, dem burgmeister und dem rat Zürich gehorsam zu sinne. Und ist, dass dehein Jud von dem andern gefrefent wird, der soll sin sach für den burgermeister und den rat bringen, und sulent auch die dar umb richten nach ir erkanntnuss. Und wie der burgermeister und die rätt iechlichs Juden klag ald das jnen sus von dien Juden für kunt, richtend oder ietz gerichtet hand, da bi sol es eweklich belieben; und ensol enkein Jud dar umb furbas kein Judenrecht von dien andern suchen,״noch nemen, noch über des rates Spruch schadgen sus noch so. Welcher aber das dar über räte und das mit Cristen oder mit Juden kuntlich gemacht wurd, der sol meyneid sin und sol dar zu der Stat Zürich ze rechter pene verfallen sin C C march Silbers. Dis vorgeschrieben stuck hant alle Juden, die jetz Zürich sint, gesworen staett ze halten etc.“ ף Vgl. Zürcher Stadtb. I, p. 270, Nr. 74.