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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 22

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 22)
Language
German
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19 aussprechen. Wir werden jedoch im Laufe unserer vorliegenden Abhandlung sehen, dass diese Hypothese keineswegs haltlos sei. Jakob Mölin (c. 1350—1427), der seinen älteren Brnder Jekuthiel mit besonderer Verehrung als seinen Lehrer nennt und zu den Füssen berühmter Talmudlehrer, wie R. Salomon Runkel in Mainz, R. Abraham Klausner in Wien und R. Schalom in Neustadt, sass, wirkte als Rabbiner in Mainz1). Während seiner Lehr- und Wanderjahre besuchte er seinen Schwiegervater R. Moses Neumark, Rabbiner in Bern, in dem wir den Verfasser des ״Zürcher Semak“ vermuten. Es würde vielleicht gegen unsere Behauptung sprechen, wenn man in Maharils Werken ein Zitat aus dem ״Zürcher Semak“ fände, das nicht mit dem Ausdruck mö (״mein Schwiegervater“), sondern: ״der Zürcher Semak sagt“ beginnt. In der Tat will Zunz 2 *) einen derartigen Ausdruck gefunden haben« Maharil, sagt er, hätte für den ״Zürcher Semak“ den Ausdruck צורכר ״)Zürcher“) gebraucht. Zunz gibt uns aber die betreffende Stelle nicht an. Trotz vielen Suchens ist es mir leider nicht gelungen, sie in Maharils Werken zu finden. Wir dürfen also annehmen, dass entweder Zunz’ Angabe auf einem Irrtum beruhe oder dass die betreffende Stelle nicht vom Meister, sondern von einem seiner Schüler herrühre; denn bekanntlich hat Maharil nicht alles selber geschrieben. Bei dieser Gelegenheit möchten wir nicht unterlassen, folgendes richtig zu stellen: Güdemann*) schreibt über Maharil: ״Er ist zwei Male verheiratet gewesen; seine erste Frau nahm er in Verona, wo er eine Zeit lang im Hause seines Schwiegervaters R. Moses Neumark Cohn zubrachte. Es scheint, dass er sich von dieser Frau hat scheiden lassen.“ Dass R. Moses Neumark in Verona gelebt habe, ist, trotzdem Güdemann in dieser Hinsicht viele Abschreiber gefunden hat, entschieden falsch. Die betreffende Stelle bei Maharil, auf die sich Güdemann stützt, lautet 4): l) Über den Vater und die Söhne des Maharil vgl. Stern, die israelitische Bevölkerung der deutschen Städte, Kiel 1894/96, III, S. 322. *) Ritus S. 220. s) Geschichte des Erziehungswesens, III, S. 18. 4) Rga. Nr. 35. •נ

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