Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 21)
- Language
- German
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18 ein wohlhabender Rabbiner in Zürich, war der Sohn des Mena־־ ehern (Mendel) und der Frau Minne* Sein Bruder hiess Mordechai (Gumprecht), seine Frau Halde oder Hulda und sein Tochtermann Fidel. Die deutschen Namen in der Abstammungstaiel unseres Meisters lassen vermuten, dass seine Familie aus Deutschland hier eingewandert sei. Die erste uns bekannte Urkunde über iseine Mutter datiert aus dem Jahre 1324 (?), und diejenige, welche über fast seine ganze Familie Auskunft erteilt, stammt aus dem Jahre 1329. Um 1332 bis 1345 bewohnte er mit seinem Bruder Gumprecht das Eckhaus in der heutigen Brunngasse Nr. 12. Im Jahre 1347 wohnte er in dem Hause ״zum grossen Propheten“, Froschaugasse Nr. 10, sein Bruder Gumprecht wohnte nebenan, Froschaugasse Nr. 8, und ihre Mutter hatte vielleicht schon früher ihr Domizil in der heutigen Froschaugasse Nr. 4 (6). In dem Schreckensjahre 1349 war er vermutlich nach Bern geflüchtet und wurde deshalb im Jahre 1350 vom Rate Zürich nicht mehr wie früher mit dem Titel ״Bürger von Zürich“, sondern mit dem Namen ״Moses von Bern“ bezeichnet. 5. Der Verfasser des ,,Zürcher Semak“, R. Moses von Bern, vermutlich mit R. Moses Neumark in Bern, dem Schwiegervater des Maharil, identisch. Wenn wir zu dem in den vorigen Abschnitten über den Verfasser des ״Zürcher Semak“ Gesagten noch hinzufügen, dass zur Zeit unseres Schulmeisters das ganze Quartier, in welchem die damalige Judengasse in Zürich lag, ״novum forum“, ״Niuwinmargit“ oder ,,Neumark“ geheissen hat*), so möchten wir wagen die Vermutung auszusprechen, dass Moses von Bern, der Zürcher Schulmeister, der Verfasser des ״Zürcher Semak“, mit R. Moses Neumark in Bern, dem Schwiegervater des in der rabbinischen Literatur bekannten Jakob Mölin (מהרי״ל), identisch sei. Wir betonen aber nochmals, dass wir dies, solange uns hierfür keine weiteren Beweise vorliegen, nur als eine naheliegende Vermutung 1j Vgl. den Plan der Stadt Zürich bis zum Jahre 1336 u. s. w. von P. Schweizer im Urkundenblich der Stadt und Landschaft Zürich, Bd. VII2.