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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1918-01-01 · XII. (1918) · page 20

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XII. (1918)
Date
1918-01-01
Page
– (sequence 20)
Language
German
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17 Abgesehen davon sind an dem Wappen des Sussmann deatlieh Fische und keine Judenhüte zu erkennen. Die Familie des Sussraann führte den Namen Visli1), worauf vermutlich dieses Wappenzeichen hindeutet 2). Die drei Kelche im Wappen des Moses und Gumprecht dürfen wohl als Symbol des dreifachen priesterliehen Segens aufgefasst werden und vielleicht auf die priesterliehe Abstammung dieser beiden Brüder bindeuten. Jedoch ist mir sonst nicht bekannt, dass die Abbildung dreier Kelche als Wappenzeichen des Priesterstandes aufgefasst wird. Auch finde ich nirgends angedeutet, dass Moses und Gumprecht Kohanim (Priester) waren; denn meine Vermutung über die priesterliche Abstammung des Verfassers des ״Zürcher Semak*3) darf, solange keine weiteren Beweise vorliegen, nur als Hypothese gelten. Die hebräischen Namen der drei Siegel lauten also: Moses ben Menachem, Mordechai ben Menachem und Israel ben Ri׳ Samuel. Gumprecht ist der profane (lokale) Beiname von Mordechai und Sussmann oder Susskind der für Israel4). Zwei dieser hier besprochenen Siegel hat Kisch veröffentlicht5), wobei ihm aber verschiedene Fehler unterlaufen sind. Bevor wir nun die Untersuchung über die Personalien unseres Schulmeisters zu Ende führen, sei noch eine Urkunde vom 11. Mai—11. September 13246) erwähnt, die folgendes berichtet: .,Man schribet allen reten umb daz gut, das fro Minnen du Jüdin und ir tochter verloren hant, daz si da, ob sie icht vernement umb die Sache, nach gangen bi dem eide, und daz riehten, und ob si icht anders vernemen von den, die gesworen hant, daz si daz büssen nach des namens gelegenheit, etc.44 Es ist möglich, dass diese beraubte ״fro Minne44 mit der Mutter unseres Schulmeisters identisch sei, und wir hätten hier somit, falls unsere Vermutung richtig ist, die Urkunde über eine Schwester des Verfassers des ״Zürcher Semak44. Fassen wir nun das bisher Gesagte zusammen, so erhalten wir über unseren Schulmeister folgende Personalien: Rabbi Moses, *) Vgl. Voegelin, a. a. 0. *) Über de» Fisch als Symbol vgl. den gleichnamigen Aufsatz von Salzbach in Wohlgemuths Jeschnrun II, 5061. 3) Vgi. folgenden Abschnitt. 4> Vgl.y.o נחלת שבעה סימן. Ä) Vgl. ״Illustr. Ztg.“, Nr. 1982 vom 2. III. 1880 und Revue des Etudes Juives, Bd. IV, p. 278—281. 6) Vgl. Stadtbuch I, S. 35, Nr. 94. Jahrbuch J. L. G, XII. 2

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