Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/3486266-3486293--4867-3491237- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
12 scheinbar anbegreiflich, dass dieser Moses, der, wie wir im nächsten Abschnitte sehen werden, bereits im Jahre 1329 and, wie wir soeben erfahren haben, auch später im Jahre 1332 als Bürger von Zürich auftritt, im Jahre 1350 ״Moses von Bern" genannt wird. Um diese Frage zu lösen, vermuten wir, dass Rabbi Moses der Schulmeister im Schreckensjahre 1349 nach Bern flüchtete. König und Stadt teilten sich in den Raub und zogen die Judenhäuser ein, darunter auch dasjenige unseres Schulmeisters, welches der Rat mit den Worten: ״was Moyses dem Juden von Bern“ (nicht mehr ״Bürger von Zürich“) charakterisierte. Wie wir oben ausgeführt haben, war dieser R. Moses Rabbiner in Zürich. Nach Carmoly1) aber sollen in dem Verfolgungsjahre 1349 in Basel ein Rabbiner Salomon (2(ובראשם הרב ר שלמה), in Zürich ein Rabbiner Moses (8(ובראשם הרב ד משה) gefallen und in Schaff hausen ebenfalls ein Rabbiner Moses4) verbrannt worden sein. Allein Carmolys Notizen sind hier besonders mit grosser Vorsicht aufzunehmen; sie bedürfen, wie Salfeld5) richtig bemerkt, ״der Ergänzung und der Richtigstellung“. Was zunächst Basel betrifft, hiess der dortige Rabbiner nicht Salomon, sondern Moses (6(מהדר משה), wobei jedoch in vielen Fällen nicht za entscheiden ist, ob diese Bezeichnung מהדר nur den Gelehrten oder den offiziellen Rabbiner bezeichnet7). In Schaffhausen fiel nicht ein Rabbiner Moses, sondern ein Rabbiner Aharon, Sohn des R. Moses, (יזכור ♦ 4 4 שופהויזן ולומדיה ויושביה, מהדר 8אהרן בר משה שנשרף על יהוד השם * * *>), was Salfeld9) irrtümlicher Weise übersetzt: ״Schaffhausen . . . u. a. fiel der Rabbiner R. Moses b. Ahron..— Wie aber Carmoly zu seiner Ergänzungsnotiz (so von Salfeld bezeichnet und stets nur in Parenthesen angeführt) kam, dass im Jahre 1349 in Zürich ein Rabbiner Moses getötet wurde, lässt sich nicht ermitteln; seine Quellen versiegen hier. Möglich ist, dass seine Ergänzungsnotiz nur auf einer Vermutung beruht, da im Jahre 1347 ein Rabbiner Moses, der vermutliche Verfasser des l) Salfeld, Martyriologinm, S. 78. 2) Daselbst. *) Daselbst, S. 88; Erg. II, 78, S. 252. 4) Daselbst. ß) Daselbst, S. 77, N. 12 und Einleitung. 6) Daselbst, S. 83. ף Daselbst, Einl. S. XXV. *) Daselbst, S. 83. 9) Daselbst, S. 250; vgl ferner daselbst S. 245, 267 u. 283.