Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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9 Im Jahre 1423 bezeugt der Rat Zürich, dass die Juden Selig, Israhel und Jochenau ״gemeinlich und unverscheidenlich jro hus und hofstatt mit dem hoeflin, genannt der Juden schuol jn unser meren statt Zürich jn Brunngassen gelegen, stosset einhalb an Johansen Vinken, unsers burgers hus, anderhalb an das gässli, das zwüsehend dem selben hus, genannt die sehuol und dero von Kloten hus ist gelegen, vor an die strass uud hindnan an den bach verkauft haben an Johansen Kneller, unserm andern stattschrieber um 140 fl441). Dieses Haus wechselte häutig den Eigentümer, bis es endlich 1756 an den Amtmann Landolt gelangte, der 1763 den Betrag von 1350 fl. 11 ß 6 H für die Verbesserung dieses Hauses verwendete und ihm den heutigen Namen Burghof beilegte 2). Die Judenschule ist also identisch mit dem Hause Nr. 4 in der Froschaugasse. Aus dem bisher Gesagten wollen wir uns zunächst das eine merken, dass im Jahre 1359 das Haus zum ״kleinen44־ und ״grossen Propheten44, Nr. 8 und 10 in der heutigen Froschaugasse, ״südlich an weiland Frau Minnen, der Jüddinn hus44 stiess. Wer war nun diese Frau Minne? Diese Frage möge eine andere Urkunde aus dem Jahre 1350 beantworten, die folgenden Wortlaut hat ®): ״All^n den die diesen Brief sehent oder hörent lesen kund ich Rudolf Brun Ritter, Bürgermeister, und wir der nach geschri־ ben Rat und die Zunftmeister der statt Zürich, das wir das hus und Hofstatt Zürich in Judengassen gelegen, was Moyses dem Juden von Bern, stosset jnhalb an das hus, das Gumprechts des Juden was, und anderthalb an den garten der Closter Frouwen in der Samnung, recht und redlich für ledig, fry, eigen zu koufen gegeben, dem vorgenannten unserem Bürgermeister umb 60 guldin quoter und genge florener etc. der geben ist an dem necbsten fritag nach Sunt Martis tag.drüzechn hundert jar, darnach in dem fünfzigsten iar etc.44 Da nun auch dieses Haus auf der einen Seite ״an den garten der Closter Frouwen in der Samnung44 stiess, so handelt es sich *) Vgl. Bär, Die Juden Zürichs im Mittelalter, Zürcher Tasehenbneh 1896, S. 137 f. 2) Vgl. Voegelin, a. a. 0. 8) Spitalnrkunden im Zürcher Staatsarchiv Nr. 329; vgl. Uhricb, a. a. 0., S. 433, Beilage L.