Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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8 Zur Begründung unserer Gegenbehauptung müssen wir uns das im vorigen Abschnitte angeführte Aktenstück aus dem Jahre 1347 näher ansehen. Wir erfahren aus demselben, dass Rabbi Moses ein Haus von Johannes von Ougsburg (der 1337/38 und wieder 1345 Zunftmeister war) gekauft habe und dass dieses Haus ״in der Brungassen״ gelegen war. Versuchen wir einmal die Lage dieses Hauses nach der heutigen Topographie Zürichs zu bestimmen, wodurch wir, wie wir bald sehen werden, weiteres Material zur Feststellung der Personalien unseres berühmten Schulmeisters ge- Winnen werden. Das Haus des Schulmeisters lag in der kleinen Brunnengasse. Im Jahre 1350 trug diese den Namen Judengasse, 1358 hiess sie auch das enge und von 1399 an das kleine Brunngässlein, 1576 erscheint sie als Stritgasse und seit 1865 führt sie den Namen Froschaugasse 1). In dieser Gasse befand sich damals auch die Synagoge. Sie wird zuweilen als ״Schul14 wie auch als ״Judenschul״ erwähnt. Eine Urkunde vom 7. Juli 1416 2) lautet: ״Seligman Jud hat gesworn zwo mil weges von unser statt Zürich, umb dz er an urlob bi nacht und bi nebel jn unser statt gangen ist, hat nachtes hinter der schul jn dem bach gewarted mit einem swert, etc.u Die Synagoge lag also an dem Bach, worunter wohl der Wolfbach zu verstehen ist3). Im Jahre 1350 stiess ein von ״Berchtold Weckers sei. Erben״ an Friedrich von Kloten verkauftes Haus in der Judengasse, jetzt ״kleiner־״ und ״grosser Prophet״ genannt (Froschaugasse Nr. 8 und 10). ״nördlich an die Sammlung״, südlich an ״weiland Frau Minnen, der Jüdin hus, östlich an den Bach״. Letzteres war die 1357 und 1369 als leerstehend bezeichnete Judenschule, welche anno 1370 7 ffi 12 ß Steuer bezahlte. 1375 verkaufte Johannes Wely ״drei Theile des Hauses und der Hofstatt in Brunngassen gelegen, das man nempt zu der Judenschul“ dem Johannes Klein, genannt Loibler, um 60 ®, und zehn Jahre später (1385) verkaufte Friedrich Störi demselben den übrigen vierten Teil um 20ffil3ß4). l) Vgi. Voegelin, Altes Zürich, I, 417. ף Vgl. Zürcher Stadtbücher, H, 239. s) Vgl. daselbst, Anm. 4) Vgl. Voegeliu, a. a. 0., I, 418.