Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XII. (1918)
- Date
- 1918-01-01
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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1 Pflicht entzogen, weil, wie wir später sehen werden, Moisse der Schulmeister keineswegs in armen Verhältnissen lebte *), worauf der Rat Zürich beschlossen musste, die Steuerpflieht dem Schulmeister selber aufzuerlegen. 2. ln der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts war der Rahbinertitel in den deutschen Ländern noch nicht gebräuchlich * 2 3ג. Das Rabbinat war zu jener Zeit noch kein eigentliches Amt. Besonders in den kleineren Gemeinden wurden Gelehrte als Vorbeter und Schulmeister angestellt, die gleichzeitig auch rabbinische Funktionen zu versehen hatten *). Der Ausdruck ״Schulmeiste*“ bedeutete also soviel wie Rabbiner. Moisse der ״Schulmeister“ war somit im Jahre 134? Rabbiner in Zürich, und die Vermutung liegt nahe, dass er als Rabbiner dieser Gemeinde das Getformular der älteren Wiener Handschrift des ״Zürcher Semak“ aus dem Jahre 1347 redigiert und dass er auch dieses grosse Werk verfasst hat. 3. Der Verfassser des ״Züricher Semak“ identisch mit Moses von Bern (um 1350). Ulrich 4) behauptet, dass der Rat der Stadt Zürich deshalb ausdrücklich den Schulmeister Moses an seine Steuerpflicht erinneite, weil anzunehmen war, dass sein Haus als Judenschule, da ״die ganze jüdische Gemeinde in Zürich sonsten der Obrigkeit jährlich ein Ansehnliches zu Steuer geben“, wohl dieser Pflicht enthoben sei. Diese Behauptung ist von Grund aus falsch; denn das Haus unseres Schulmeisters und die Judenschule sind, wie wir bald sehen werden, durchaus nicht identisch, sondern waren zwei verschiedene, nebeneinanderstehende Häuser in derselben Gasse. *) Vgl. Isserles, daselbst, Anm. t. 2) Vgl. Güdemann, die Neugestaltung des Rabbiu rwesens u. 8. w. MGWJ., 1864, S. 68 ff., und Geschichte de» Erziehung* wesens u. 8. w., I, 241, und III, 31 ff. 3) Vgl. R. MeTr aus Rothenburg, Rga., ed. Leinborg. Nr. 112, und R. Isaak aus Wien, Or Serua, Rga. Nr. 113, s f., Responsum des R. Elieser ans Böhmen; vgl. ferner Salfeld, Das Martyrologium des Nürnberger Memorbuches, S. 195 N. 1 und die liier angeführte Literatur. 4) Sammlung jüdischer Geschichten, S. 17.