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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 283

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 283)
Language
German
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263 ad unum refertur (will nichts andres sein als eine Wiedergabe und Erläuterung seiner Lehre). Omnia, quae quisquam in 1110 contubernio locutus est, unius ductu et auspiciis dicta sunt“ 1). Wir bemerken hier das auffallende Verhalten der Anhänger« schaft einer Philosophenschule, dass sie wohl dem ursprünglichen Begründer, nicht aber den nachfolgenden Lehrern Achtung ent« gegengebracht haben. Der Schluss liegt nun sehr nahe, dass auch die jüdischen Bekenner dieser Lehre dieselben Fusstapfen gewandelt sind. Wir wollen hier nur kurz auf eine auffallende Erscheinung hinweisen, die bisher nicht genügend geklärt, die aber in dem philosophischen System des Epikuräismus und des nahe verwandten Sadducäismus begründet zu sein scheint, dass die Sadducäer wohl die Gesetze des Pentateuchs, nicht aber die der Babbinen beobachtet haben. Es ist hier nicht der Ort, auf dieses Factum näher einzugehen, aber unsre bisherigen Ausführungen weisen deutlich auf diese Folgerung hin; wir sprechen an einer andren Stelle hierüber ausführlich. Die bisher verachteten und verschmähten Vorschriften der Thora waren den Sadducäeren nach der Unterwerfung durch die Maccabäer sinnreiche und zweckgemässe Einrichtungen des Moses’, sie waren Lehrmeinungen eines Meisters, dessen Autorität sie notgedrungen anerkennen mussten. In der Tat, sagten die Sadducäer, wenn sie etwas aus der Thora zitierten, nicht: dies und dies steht in der Bibel, vielmehr: dies und jenes sagte und richtete Moses ein. So berichtet bereits Josephus, wo er von den Sadducäern spricht, dass diese die Verordnungen, welche nicht in der Gesetzgebung Moses’ enthalten sind, verwerfen2). Für die Sadducäer war also die Offenbarung am Sinai eine Willensäusserung Moses’. Auch in späteren Jahren noch erschien den Sadducäeren die Thora als die ״mosaische“ Gesetzgebung. So sagte bei Gelegenheit eines Streites zwischen R. Jochanan ben Sakkai und den Sadducäern einer von diesen: מפני שהי׳ משה אוהב את אהרן אחיו . . .״ Weil Moses seinen Bruder Aron liebte, bestimmte er die dort getroffene Verordnung“ und x) Seneca ep. 33,4, vgl. Numenius bei Eusebius pr. ev. XIV, 5» 3, der dasselbe von Epikur berichtet. 2) Antiqu. XUI, 10, 6.

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