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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 282

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 282)
Language
German
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262 geradezu unmenschlichen Auftreten und Vorgehen der Hellenisten System; es war wohl begründet; es galt, den grössten Feind der Menschheit, die Eeligion, zu bekämpfen und sie auszurotten. Die tyrannischen Unternehmungen der Griechlinge motivierten vornehmlich nicht Herrschsucht und Ehrsucht, wenn auch die Erkaufung der Priesterwürde von seiten eines Jason und Menelaus, also der unwürdigsten Priester, darauf schliessen lässt, dass die Hellenisten ehr- und herrschsüchtig vom Scheitel bis zur Sohle waren. Alle Taten bewegte vielmehr nur ein Gedanke : die Ausrottung der Eeligion, die sich der Epikuräismus zum Ziel gesetzt hatte. Das Streben nach gewissen politischen Vorteilen, näch Macht und Gewalt ist nur als Ausfluss des Epikuräismus anzusehen. Haben wir nun nachgewiesen, dass der Sadducäismus die Lehren des Epikuräismus sich angeeignet hat, so ist auch erwiesen, dass sie die Existenz Gottes und die Göttlichkeit der Thora geleugnet haben. Es liegt uns nunmehr ob, Belege dafür zu erbringen, dass die Epikuräer ihrem Hauptlehrer göttliche Verehrung gezollt, und dass die Sadducäer Moses als ihren Lehrer und als den Verfasser des Pentateuchs anerkannten. Was den ersten Punkt betrifft, wollen wir die Ansicht des besten Kenners der griechischen Philosophie hier anführen. Er meint: ״Keine Philosophenschule ist so unbedingt bei den Aus- Sprüchen ihres Stifters stehen geblieben wie die epikuräische. Die Schüler haben Epikur eine abgöttische Verehrung gezollt und wagten daher nicht von ihm im Geringsten abzuweichen. Noch im ersten Jahrhundert u. Z. wird von den Epikuräern bezeugt, dass sie an der Lehre des Meisters festhielten“ 1). Das äusserste Festhalten der Schüler an jedem Wort Epikurs wird von mehreren Schriftstellern des Altertums bezeugt. So meint Cicero: ״Quis enim vestrum non edidicit Epicuri xvqiv.g 2) Seneca stellt die wissenschaftliche Selbständigkeit der Stoiker in vollen Gegensatz zu der sklavischen Abhängigkeit der Epikuräer von ihrem Lehrer: ״Non sumus sub rege: sibi quisque se vindicat apud istos quicquid Hermarchus dixit, quidquid Metrodorus x) Zeller, Philosophie der Griechen 4 Auflage IIP S. 390. 2) De fin. II, 6, 20.

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