Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 281)
- Language
- German
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261 Sadducäismus Y. Ueber die spezielle Anschauuiig der Sadducäer von der Eeligion, die nach der epikuräischenPhilosophie konstruiert war, vergleiche man dievorzügliehen Ausführungen Halevys, Doroth Harischonim Ic, 366: זה שבקשו לפני זה להיות יונים לא הי׳ מפני אמונתם בעצבי הגוים כי אם מפני שהכחישו כל דת בכלל ועל כן אחרי כלות המלחמה... בקשו להיות יהודים מהטעם הזה עצמו. Epikurälsmtis Y. Die Religion verursacht die grössten Uebel, und der Mann, der sie durch eine natürliche W eltanschauung verdrängt, hat sich als der Sieger über den ge־ fährlichsten Feind der Menschheit, also als Bekampfer jedes religiösen Fühlens zu preisen (Lucrez in, 14 ff.; YI, 49 ff.). Zum letzten Punkte möchten wir noch die jede positive Religion verhöhnenden Aeusserungen eines Sadducäers aus der ״Weisheit Salomos“ hier anführen. ״Stellen wir dem Gerechten nach, weil er uns lästig fällt und unsren Taten entgegentritt, uns Uebertretungen des Gesetzes vorwirft und unsre Vergebungen gegen die Sitte uns vorhält“. ״Er ist uns zum leibhaftigen Yorwurf wegen unsrer Gesinnungen geworden; er ist uns lästig, wenn wir ihn nur ansehen. Weil er abweicht von andren und seine Lebensweise und sein Benehmen auffällig ist. Als unrein gelten wir ihm und er hält sich vom Verkehr mit uns (von unsren Wegen) wie von Verunreinigungen fern“ (Weisheit Salomos 2, 12 ff.; vgl. Chagiga 2, 7). Durch diese unsre Gegenüberstellung lernten wir das ganze Wesen des Sadducäismus kennen. Ganz besonders macht uns der letztgenannte Charakterzug erst die Rücksichtslosigkeit und die Grausamkeit, mit der die Hellenisten gegen ihre Gegner vorgingen, verständlich. Von Anfang an motivierten die Griechlinge ihre Handlungen mit einem erheuchelten Patriotismus. ״Seit wir uns von den Heiden abgesondert haben, hat uns viel Unglück getroffena (I. Macc. 1, 11). Dass dies nur eine Vorspiegelung sei, beweist die einfache Tatsache — wie unwahr auch eine solche Behauptung ist, sie findet zu jeder Zeit ״überzeugte* Vertreter, und wir haben sie auch noch heute —, dass man den heidnischen König erst dazu überreden musste, die Gesetzesübertretungen generalisieren zu dürfen. In Wirklichkeit und letzten Endes lag in dem