Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 276)
- Language
- German
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256 abschnifct משכו am ersten Mittelfeiertag gelesen. An seine Stelle trat später der Abschnitt קדש, nachdem משכו am ersten Festtag zum Vortrag kam. Jenen Abschnitt hat man aber wohl darum gewählt, weil er einmal gleichfalls von Pessach handelt und sodann unmittelbar auf משכו folgt1), ßaschi hat daher den Text der Gemara mit den Worten ויום טוב שני וכר in gewohnter Meisterschaft ergänzend erklärt, und es ist fast unverständlich, dass B. Joel Sirkes sich hier zu einer Textänderung hat bestimmen lassen. Sein Vorschlag ist nicht nur unnötig, sondern auch an sich unmöglich. 1) Nicht ausgeschlossen wäre auch, dass mit משכו in מאפ״ו der ganze Abschnitt 2. B. M. 12, 21—51 und 13, 1—16, also einschliesslich קדש gemeint wäre. Für diese Möglichkeit wurde sprechen, dass, sieht man von der dem Abschnitt משכו unmittelbar vorangehenden פרשת החדש ab, welche ia schon an dem Sabbat vor dem Neumond Nissan vorgetragen wurde, (in der gaonäischen Zeit wurde aber am ersten Festtag bereits 2. B. M. 12, 14 begonnen, Amram ed. A. L. Frumkin. Jerusalem 11 S. 227, was nach Abudarham fast in ganz Spanien üblich war, a. a. O. Anm.) sowie von den Festabschnitten, die ohnehin zur Verlesung gelangen, dann auch in alter Zeit ausnahmslos alle das Fest betreffenden Teile der Thora vorgetragen worden wären. Und warum sollte gerade קדש übergangen worden sein, das sich so bequem an משכו anschliessen liess, zumal man auf diese Weise Vollständigkeit erzielen konnte. Auffallend müsste allerdings sein, dass man danach an einem Nittelfeiertag nicht weniger als 47 Schriftverse verlesen hätte. Doch vielleicht hat man, diese Annahme einmal vorausgesetzt, gleich am ersten Mittelfeiertag des ״Neujahrsfestes der Feste“ besonders deutlich machen wollen, dass בטול מלאכה am חה״מ nicht in Betracht kommt. Schwieriger wäre, dass man dann annehmen müsste, der Abschnitt wäre bei seiner Versetzung von חה״מ auf den ersten Festtag um קדש gekürzt worden. Das wäre ein einzigartiges Beispiel. Und schliesslich verlangt die Anweisung der Baraitha: ושאר ימות הפסח מלקט וקורא מענינו של פסח (vgl. Tosefta Megilla IV, 6: מדלגין מענינות הפסח, ed. Zuckermandel S. 225) ja keine lückenlose Vollständigkeit.