Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 256)
- Language
- German
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236 weibliche Form lautet הביא״. Die Midraschstelle hat ursprünglich gelautet הבי כתיב מלמד וכר, wie im Jalkut. Irgend ein Abschreiber, der nicht verstand, wieso הבי als ל, זכר bezeichnet wird, da es nach seiner Meinung von יהב stammt, hat daraus הבה gemacht. 2) Die nebenan stehende Midraschstelle: ואחזי בה מלמד שחגרה ״ מתניה כזכרUnd fasse es an, daraus geht hervor, dass sie ihre Lenden wie ein Mann gegürtet hat“, ist ebenfalls sehr auffallend. Woraus kann das geschlossen werden? אחזי ist doch sicherlich eine weibliche Anrede! Da möchte ich folgende Vermutung wagen, die vielleicht das Richtige trifft. Die Worte מלמד וכר beziehen sich auf den Schluss des Verses, wo es heisst ויבא העיר. Der Midrasch selbst fragt weiter ״ לא היה לו לומר אלא ותבא העירes müsste doch heissen ,ותבוא ״sie kam“, wie es der Zusammenhang erfordert? In der Tat haben auch hier 50 Miss., sowie die lateinische und syrische Version so gelesen. Nach der masoretischen Lesart, die doch unzweifelhaft das Richtige hat, muss man übersetzen ״er ging in die Stadt“, was gewöhnlich auf Boas bezogen wird. Der Midrasch, der weiterhin eine andere Erklärung gibt, will hier an dieser Stelle dieses ויבא, obgleich es Masculin ist, auf Ruth bezogen wissen und gibt für diese Genusänderung die Erklärung מלמד שחגרה מתניה כזכר, weil sie sich wie ein Mann gegürtet hat, um nicht erkannt zu werden. Im Jalkut lautet diese Stelle: ואחד בה ותאחז בה מלמד שאחזה ״ כזכרfasse es an und sie fasste es an, daraus geht hervor, dass sie es wie eine männliche Person, d. 11. kräftig, fest hielt“. Für diese Worte könnte man eine andere Erklärung geben. Wenn in ein Tuch Getreide hineingeschüttet werden soll, dann müssen zwei Personen das Tuch an beiden Seiten festhalten. Diese zwei Personen müssen das Tuch mit gleicher Kraft hochhalten, wenn eine schwere Last, wie sechs Mass Getreide, hineingeschüttet werden soll, denn sonst entgleitet das eine Ende den Händen der schwächeren Person. Es ist also anzunehmen, dass Boas das eine Ende hielt und zu Ruth sagte, ״fasse das andere Ende und halte es fest“. Das ist der Sinn der Worte ואחזי בה. Unser Text sagt nun ותאחז בה, sie hielt es auch so fest, dass es ihren Händen