Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 252)
- Language
- German
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232 werden vier Verse angeführt, in denen der Name יעואל mit ו geschrieben und mit י gelesen wird, 1. Chr. 9, 35; 1. Chr. 11, 44; 2. Chr. 26, 11 und 2. Chr. 35, 9. Ohne Korrektur geht es auch bei ihm nicht ab. Die Worte müssen gelesen werden: ,יעואל יעיאל ובגבעון, אליי, שמע, הסופר: Die letzteren vier Wörter sind Stichworte zur Bezeichnung der genannten vier Verse, denen sie entnommen sind. Der Sinn ist: יעואל יעיאל als כתיב וקרי kommt in folgenden vier Versen vor:ובגבעון Stichwort für 1. Chr. 9, 35, אלי für 2. Chr. 29, 13, שמע für 1. Chr. 11, 44 und הסופר für 2. Chr. 26, 11. In diesem letzteren Verse steht neben הסופר auch das Wort השוטר, welches in Masecheth Sofrim, s. 0., erwähnt wird, auch dieses könnte als Stichwort genommen werden. Zwei Grössen stehen sich da gegenüber. Der W i 1 n a e r G a 0 n, von dem das Talmudwort Chulin 56 a gilt, מאן גבר הוא גבר במלא, denn er war gross auf allen Gebieten der Thora, und Heidenheim, der in seinem Fache, auf dem Gebiete der Grammatik und Jilasora, eine anerkannte Grösse war. Da verlohnt es sich wohl von unserem Epigonenstandpunkt aus, zu untersuchen, zu wessen Gunsten die Wage den Ausschlag gibt, wenn wir die beiden Erklärungen einer kritischen Prüfung unterziehen. Die Annahme oder das Vorurteil, dass der Gaon unter allen Umständen Hecht behalten muss, wie übereifrige Verehrer meinen, kann doch sicherlich nicht der Standpunkt eines denkenden Menschen sein, zumal bei der Deutung eines korrupten Textes, wo es in der Hauptsache auf ein glückliches Erraten ankommt. Prüfen wir die Erklärung des Gaon, so muss jeder Unbefangene zugeben, dass wir bei ihr viele Unwahrscheinlichkeiten in den Kauf nehmen müssen. Die ganze Erklärung ist aus dem Text selbst kombiniert, eine Unterstützung von anderer Seite ist nicht vorhanden. Wir lesen da die Namen dreier Schreiber oder Masoreten, die anderweitig absolut unbekannt sind. Die Namen ענאל יניאל kommen überhaupt nirgends vor. Das Wort ובגדעון wird in וב" גריעין aufgelöst und mit ״zwei weniger“ erklärt. Da müsste doch erst nachgewiesen werden, dass die Masora das Wort גרע in dieser Bedeutung gebraucht. Die ganze Stütze dieser Erklärung beruht darauf, dass es zwei Verse gibt, in denen die Schreibweise des לא strittig ist. Das ist aber auch alles.