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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 246

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 246)
Language
German
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226 Sinne von רא׳ש .הדר אמרו z. St. hat auch in der Tat diese letztere Lesart 1). Mit unserer LA lässt sich jedoch die Erklärung des קרבן עדה nicht vereinbaren, denn אתא מימר לך heisst wörtlich ״er kommt, um dir zu sagen“ und enthält nichts von einer nachträglichen Meinungsänderung. Die richtige Erklärung scheint mir folgende zu sein. Dem Jeruschalmi war auffallend, dass die Mischna zwei Arten der Gefangenschaft nennt — בית השבי und בית האסורין —, wo doch eine genügt hätte. Da erwarten wir eine sogenannte צריכותא, wie so oft in der Gemara. Eine solche bietet uns auch Jeruschalmi in den angeführten Worten. Wäre nur בית השבי gestanden, dann hätten wir gemeint, nur wenn er bei Nichtjuden in Gefangenschaft war, wird ihm diese Erleichterung, גלדה בחוה״ט, erlaubt, weil er vorher, so lange er בידי;כרים war, die Erlaubnis dazu nicht hätte erlangen können. War er jedoch Gefangener seiner Glaubensbrüder, die ihm, in Anbetracht des bevorstehenden Festes, die Erlaubnis dazu sicherlich nicht versagt hätten, dann darf er von dieser Erleichterung keinen Gebrauch machen. Ebenso hätten wir geurteilt, wenn nur בית האסורין ohne בית השבי gestanden wäre. Nachdem jedoch zuerst בית השבי steht, was doch sicherlich nur bei Nichtjuden gemeint sein kann, denn dass ein Jude bei Juden in der שביה sein soll, ist doch mindestens für das Mischnazeitalter nicht gut denkbar, so sagt uns das sonst überflüssig dastehende מבית האסורין, dass dieser דין auch für einen, der in einem jüdischen Gefängnis war, anwendbar sei. Er hätte wohl dort die Erlaubnis erlangen können, aber als Gefangener fehlte ihm das Animo zur Pflege seines äusseren Menschen. Das meint Jeruschalmi: mit den Worten ומבית האסורין, die der Mischnalehrer hinzufügt, אתא מימר לך will er dir sagen u. s. w. Ueber Gefängnishaft nach jüdischem Eecht s. Easchi zu Pesachim 91 a ד״ה בית האסורין. Das Vorstehende war längst niedergeschrieben, als ich im נחל אשכול n S. 150 eine ganz ähnliche Erklärung zur Mischna fand. Er sagt jedoch nicht, dass es die Auffassung des Jeruschalmi sei. Vgl. auch הגהות מיימוני zu Hilch. Jom Tob VII.

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