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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 243

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 243)
Language
German
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IRI
…/3486266-3486295--4803-3491172
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223 Den Beweis, den Raschi aus dieser Belegstelle erbringt, versteht man nicht; er beruht scheinbar auf einer petitio principii. Was bewiesen werden soll, wird hier vorausgesetzt. Wenn schon feststeht, dass die Thora nur von Darlehenszinsen spricht, dann bezieht sich der Yers in Mischle nur auf diese Art von Zinsen. Aber es soll doch erst bewiesen werden, dass Zinsen, die infolge eines Kaufgeschäftes entstehen, nicht zu den מדאורייתא verbotenen zählen. Diese Schwierigkeit versucht bereits מהרים לובלין zu lösen» Raschis Meinung war, so sagt er, dass unter ד!ון nur Geld zu verstehen sei, bei diesem gibt es keinen Kauf, es lässt sich nur auf dem Wege des Darlehens vermehren. Daher kann dieser Vers nur von דרך ד״לואה sprechen. Selbst wenn die Voraussetzung richtig wäre, dass unter ד.ון nur Geld zu verstehen sei, ist mir diese Erklärung noch immer unverständlich. Es kann doch auch bei einem Kaufgeschäft der Zinsgewinn in barem Gelde ausgezahlt werden, und das eben gilt doch als רבית דרבנן (vgl. z. B. 63 a: עושין אמנה בפירות ואין עושין אמנה במעות, ושם ברש״י דיה ואין). Aber auch die Voraussetzung ist sehr fragwürdig; deuten doch unsere Weisen den Vers: בבד ה, מהונך im Sinne von ממה שחננך Kidduschin 31 a, Toss. oben, und auch sonst lässt sich diese Definition nicht durchfuhren. Der andere Kommentator, מהרים שיף, findet auch kein Gefallen an dieser Erklärung und meint wieder, weil hier בשך ותרבית zusammenstehn und נשך doch nur bei Geld anwendbar ist —את ־ כספך לא תתן לו בנשך —, so muss תרבית auch nur von derselben Art sprechen. Diese Erklärung ist mir noch weniger verständlich. Geht man nach dem einfachen פשט, so müsste man gerade den gegenteiligen Schluss ziehen, wenn נשך Geldzinsen bedeutet, so wird unter מרבית Warenzinsen zu verstehen sein. Betrachtet man es wieder vom Standpunkt der Gemara, dann geht sowohl נשך als auch מרבית bei כסף und bei אכל an, wie daselbst weiter unten ausdrücklich gelehrt wird. Wer bei Lebensmitteln oder Waren Zinsen nimmt, sei es in Geld oder in Naturalien, der vergeht sich gegen das Verbot von נשך und von מרבית. Die Erklärung zu Raschis Worten ergibt sich m. E. aus folgender Talmudstelle. I. Chronik 8, 40 heisst es von der Familie

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