Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 241)
- Language
- German
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221 Fraglich bleibt nach Keidanower der Wortlaut dieser ברכה. Man kann doch bei einem gewöhnlichen Löwenzwinger nicht sagen שעשה נס ... במקום הזה. In dem Werke סדר ברכות, ed. Prins S. 18, heisst es für diesen Fall כבמקום הזה. Ich zweifle, ob das sprachlich richtig ist. Es müsste doch mindestens heissen: .במקום כזה LXII. Die Mischna Sukka 28 a lehrt: ״Wenn auch ganz kleine Kinder von der Sukkapflicht befreit sind, so muss doch ein Kind, das nicht mehr nach der Mutter verlangt, zur Sukkapflicht angehalten werden: ״קטן שאינו צריך לאמו חייב בסוכה. Es wird dort mitgeteilt, dass Schammai darin noch weiter ging und, als einmal seine Schwiegertochter in Wochen kam, wegen des kleinen Kindes über das Bett eine Sukka errichten liess, ומעשה שילדה כלתו של .שמאי הזקן ופחת את המעזיבה וסיכך ע״ג מטה בשביל קטן פני יהושע fragt schon nach dem Grund dieser Erschwerung. Man kann sich vorstellen, dass Schammai der Ansicht war, die מצות חנוך beginne schon sehr frühzeitig, solange das Kind noch צריך לאמו ist, z. B. zu drei Jahren, denn das Bewusstsein ist bereits erwacht, das Kind kennt den Unterschied zwischen Haus und Sukka. Ein neugeborenes Kind jedoch, das noch gar kein Unterscheidungsvermögen besitzt, kann doch nicht Gegenstand des חנוך sein. מהרש״ל hatte eine andere Auffassung von unserer Mischna; sie ist nur deshalb wenig bekannt, weil sie nicht hier an der Hauptstelle, sondern in Jebamoth 15 a, wo die Mischna gelegentlich angeführt wird, ihren Platz hat. Er meint, nicht wegen des neugeborenen Kindes hat Schammai die Wochenstube zu einer Sukka umgestaltet, wie man gewöhnlich lernt und wie auch פ״י gelernt haben muss, sondern wegen eines anderen, älteren Knaben, der noch צריך לאמו war und von der Mutter nicht getrennt werden konnte. Er war wohl מחמיר und wollte mit dem חנוך schon bei einem solchen Kinde beginnen, doch ging er nicht so weit, diese Verpflichtung auf ein neugeborenes Kind auszudehnen. Das ist eine überraschende, geistvolle Erklärung, die nach meiner Meinung auch im Text der Mischna ihre Stütze findet.