Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 203)
- Language
- German
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183 IV. Die Synode im Kampfe gegen den Sabbatianistmis 154). Achtzehn Jahre tiefsten Wehes hatten die polnische Judenschaft an den Rand des Verderbens gebracht, seitdem der furchtbare Aufstand Chmielnickis im Jahre 1648 begonnen hatte. Leuchtete nicht im Südosten Europas eine neues Morgenrot nach der unsäglich langen Nacht der Leiden auf? R. Jesaja b. R. David Halewi, Rabbiner in Komarno (s. w. von Lemberg), der Sohn des Verfassers der טורי זהב, und des letzteren Stiefsohn R. Arje Löb b. R. Zebi Hirz begaben sich im Aufträge der Synode zu dem falschen Messias Sabbatai Zebi, um die Wahrheit über ihn zu erfahren155). In seinem Antwortschreiben vom 22. Tamus 1666 an R. David Halewi versprach Sabbatai anlässlich der kurz zuvor in Polen geschehenen Judenmetzeleien: ״Bald werde ich Rache für euch nehmen“ 156). Von dem im Elul 1666 vollzogenen Uehertritt des Betrügers zum Mohammedanismus wusste man natürlich auf der Messe zu Lublin noch nichts, als dort am 12. Nissan 1667 “יבא משיחנו״ R. Elieser b. Menachem Margolies, damals Rabbiner in Ljuboml, zuvor in Przemysl, das ספרא דצניעותא, Amsterdam 1669, approbierte וז5נ). 154) Direkte schriftliche Zeugnisse aus jener Zeit sind auch in Polen den Flammen überantwortet worden, um die hässliche Erinnerung zu bannen (דבר שמואל, Venedig 1702, S. 97 a). 155) Emden, תורת הקנאו׳, Altona 1768, S. 7 b ff., סיפור חלומות ed. War״ schau [nach 1840, 8°J S. 50 f., 53, das nach Graetz, Gesch. d. Juden X Noten S. XXIX ״ein erbärmliches Machwerk ist*; vgl. Benjakob S. 423 Nr. 449, Buber, אנשי שם S. 59. Baruch b. Gerson aus Arezzo berichtet im זברון לבבי ישראל (abgedruckt bei Freimann, עניני שבתי צבי, Berlin 1912, S. 53) von noch drei anderen Abgesandten, R. Elieser aus קדושמין, das Freimann mit Kroto״ schin identificieren will, dem Schtadlan Mordechai und R. Jakob נשוואר. Vielleicht bedeutet das letztere die Herkunft aus Nieszawa (a. d. Weichsel, Gouv. Plotzk). In N. wohnten juden 1559 und 1569 (Bersohn, Dyplomataryusz a. a. O. S. 65, 82) jedoch nicht mehr 1796 (Nitteil, aus d. Gesamtafchiv der deutschen Juden IV 93). 156) Diese Materialien II 27 (Jahrb. III, 103) Anm. 157) Irrigerweise bezieht Maggid~Steinschneider a. a. O. S. 7 die Approbation auf R. Isaak b. Abraham, den Posener und grosspolnischen Landes-