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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 143

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 143)
Language
German
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123 sich nie mehr in den Händen eines Abkömmlings Davids befanden, und dass gerade die Propheten, z. B. Achija und Elischa, die Gegenkönige eingesetzt, so musste man die Möglichkeit zugeben, dass zur selben Zeit zwei gleich legitime Könige über Israel herrschen könnten. In diesem Sinne spricht der Talmud1) von den מלכי בית דוד neben den מלכי ישראל. Ein Unterschied zwischen den Königen aus davidischem und aus nichtdavidischem Geschlechte fand nur in einigen Punkten statt; so in der Salbung, welche bei den Nachkommen Davids stets an einer Quelle und mit dem geweihten Oele vollzogen wurde, während sie bei den Königen aus anderen Geschlechtern nur mit Balsamöl stattfand; ferner wurden jene aus einem Horne, diese aus einem Kruge gesalbt2), nach der Ansicht des Talmuds, um den ewigen Bestand der davidischen und die Vergänglichkeit der anderen Herrschaft anzudeuten. — Diese Salbung trat indes3) nur in dem Fall ein, wo die Rechtmässigkeit der Thronfolge angefochten war. — Weiterhin kam nur den Königen aus davidischem Geschleckte ein Sitz im Vorhofe des Heiligtums zu, während die Könige von anderer Abstammung ebenso wie das ganze übrige Volk nur stehend in demselben verweilen durften 4). Mochte indes diese Annähme der Rechtmässigkeit auch nichtdavidischer Könige rechtlich und geschichtlich begründet sein, — im Volke hatte noch zur Zeit der Hasmonäer der Glaube an die ausschliessliche Berechtigung des davidischen Hauses so feste Wurzeln geschlagen, dass man Anstand nahm, dem hoch verdienten Hasmonäer Simon die Königswürde zu übertragen und ihn auch zum Volksfürsten (vjyovpsvog) nur solange ernannte, bis der wahre Prophet (Elias, nach Maleachi 3, 23 der Vorbote der messianischen Zeit) erschienen sein werde5), und dass erst weit später Juda Aristobu! es wagen durfte, den Königstitel anzunehmen6). ף Horijoth 11 b. a) Vgl. 1. Sam. 10, 1 und 11. Kön. 9. 1, wo die Salbung Sauls und jehus erzählt wird, mit 1. Sam. 16, 3 und 1. Kön. 1, 39, wo von Davids und Salomos Salbung die Rede ist. 8) Horijoth 1. c. 4) Sotah 41 b. Von einem wichtigen Unterschied hinsichtlich des Sitzes im Sanhedrin wird noch die Rede sein. 5) I. Makk. 14, 41. ף Jos. Altert. XIII, 11, 1 § 30t Niese.

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