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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 140

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 140)
Language
German
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120 Achija bei der Jerobeams1), Elisa bei der Jehus2). Diese historische Erscheinung sucht der Talmud auf das mosaische Gesetz zuruckzuführen, indem er den Yers 17, 14: אשר ייבחר ד אלדיך בו dahin auslegt, dass zur ersten Einsetzung eines neuen Herrscherhauses ein Prophet erforderlich sei3). Doch würde, wie schon Nachmanides bemerkt, diese Ansicht, wenn man die Erwählung von Seiten eines Propheten als obligatorisch notwendig fasst, im Widerspruch stehen mit den oben ausgeführten Bestimmungen in Betreff der Qualifikation des zu Wählenden; ausserdem würde auch dann das hasmonäische und das herodische Herrscherhaus, zu deren Zeit ja die Prophetie längst erloschen war, nie bei den Babbinen haben Anerkennung finden können, was doch, wie oben erwähnt, bei beiden geschehen ist. Der Talmud will daher hier wohl weniger die Einsetzung von Seiten eines Propheten als unumgänglich notwendig bezeichnen, als in dem Worte des Gesetzes einen Anhaltspunkt finden für eine Erscheinung, die in der älteren Zeit des jüdischen Staates unleugbar hervortritt4 *). — Wichtiger ist es dagegen, wenn 6) ein grosses Sanhedrin als zur Ernennung eines Königs erforderlich bezeichnet wird. Die talmudische Zeit, die sich nur als Fortsetzung der biblischen erkannte, war aufs eifrigste bemüht, alle Einrichtungen von hoher Bedeutung auf die biblische Zeit zurückzuführen, und wie besonders zur Zeit des zweiten Tempels das ganze geistige Sein der Nation in dem grossen Sanhedrin seinen Mittelpunkt fand, so suchte man auch in der biblischen Erzählung überall nach Spuren dieser Synhedrial- Verfassung, deren ersten Ursprung man in Num. 11, 16 fand6), und der man z. B. in der Zeit Davids7) und Hiskias8) zu begegnen glaubte. Das Sanhedrin bildete im jüdischen Staatsleben keineswegs allein die oberste richterliche Behörde. Wenn im platonischen Staate die Philosophen als die zunächst zur Herrschaft ג) Vergl. L Kön. 11. י) II. Kön. 9. 3) Sifre a. 1. 4) Auch Michaelis, Mosaisches Recht I, 268 ff. findet die Einsetzung durch einen Propheten nicht im mosaischen Gesetze begründet. *) Thosephta Sanhedrin 3. 6) Sanhedr. 1,1. 7) Berachoth 3. 8) Berachoth 10.

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