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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 137

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 137)
Language
German
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117 feindselige, doch jedenfalls fremde Erscheinung betrachtete. Der Vorwurf, der I. Samuel 8 dem Volke gemacht wird, wird daher nicht sowohl auf das Verlangen des Volkes an sich, das ja ein durchaus gesetzliches war, als auf die Art des Verlangens und den in ihr liegenden Mangel an Vertrauen gegen Gott bezogen.— Aber auch nach dieser Anschauung soll die Einsetzung des Königs, wenn sie auch von Gott befohlen ist, durch das Volk selbst vorgenommen werden. Wie der Talmud *) in Hinsicht auf alle Beamtung das Prinzip aufstellt, dass an die Spitze einer Gemeinde nur der gestellt werden dürfe, den die Gemeinde selbst als tauglich erkannte, so konnte auch hier die befohlene Ein- Setzung eines Königs nicht eher vollzogen werden, als bis das Volk seine Zustimmung gegeben hatte. Wenn der Talmudl 2 *) die Ansicht ausspricht, dass auch die kleinste Beamtung vom Himmel stamme, so soll das keineswegs, wie man gemeint hat, auf eine unmittelbare Einsetzung von Seiten Gottes hinweisen, sondern es liegt hierin nur die Idee der bis ins Kleinste sich erstreckenden göttlichen Fürsorge, die aber auch durch Menschen und menschliehe Mittel wirkt. § 2. Nachdem wir also erkannt, wie die Einsetzung eines Königs nach der rezipierten talmudischen Auffassung eine religiöse Pflicht ist, bleibt uns die Frage, in welcher Weise diese ihre Erfüllung finden soll. Wir haben demnach zunächst zu untersuchen, welche Qualifikationen der zu erwählende König zu besitzen hat, sodann, welche Autorität zu seiner Ernennung befugt ist, und endlich, wie die königliche Würde sich fortpflanzt. Die Bedingungen, welche das talmudische Gesetz an den zum König zu Erwählenden stellt, sind teils äusserlicher, teils innerlicher Natur. Mit Bezug auf die Worte des Deuteronomiums: מקרב אחיך תשים עליך מלך wird verlangt, dass der König nicht von Proselyten s) oder von Sklaven 4) abstamme. Aus diesem Grunde genügte auch das herodische Haus nicht ganz den Anforderungen l) Berachoth 55 b. י) Berachoth 58 a. 8) Kidduschin 76 b, )ebamoth 45« 4) Baba Kama 88.

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