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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 136

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 136)
Language
German
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116 (Im Sifre a. 1. beruft sich R. Nehorai auf die oben angeführten Worte aus Samuel.) Diese Auslegung findet sich auch später noch manchmal wieder; so gibt Nachmanides in seinem Pentateuchkommentar a. 1. zu, dass sie dem einfachen Sinne des Bibel Wortes entspricht, und Abarbanel*) bekennt sich ausdrücklich zu ihr. Noch schroffer als bei R. Nehorai tritt diese königsfeindliche Anschauung im Midrasch Rabbah zu P. Schoftim § 8, 11 hervor, wo die Einsetzung eines Königs geradezu als ein Verstoss gegen die ursprüngliche Bestimmung Israels bezeichnet und alles Unheil, das Israel betroffen, aus dieser Quelle abgeleitet wird. Dieser Ansicht steht nun die rezipierte des R. Jehuda1 2) schroff entgegen. R. Jehuda fasst die Einsetzung eines Königs als eine der drei Pflichten auf, die Israel als Nation nach seinem Einzuge ins heilige Land zu erfüllen habe3); ihm wird שום תשים zum positiven Gebote: ״Du sollst über dich setzen“; ja, nach dem Sifre zur Stelle gehört dieses Gebot zu denjenigen, um derentwillen Israel das heilige Land verliehen ist. In folgerichtiger Durchführung dieser Ansicht muss denn auch V. 13 als Gebot gefasst und ״du sollst sprechen“ übersetzt werden. Obwohl diese Ansicht sich nicht ohne grosse Schwierigkeiten mit dem einfachen Sinne des Bibelwortes vereinen lässt; obwohl man bei ihr genötigt ist, in der zweiten Hälfte von V. 13 ככל הגוים אשר סביגווד als eine in das Gebot eingefügte Weissagung aufzufassen 4), so ist doch diese Ansieht im Talmud, wenn man sich hier des Ausdrucks bedienen darf, zur Halacha geworden und auch in die Codices 5) übergegangen. Die nationalen Anschauungen hatten sich bereits allzufest an das davidische Königtum angeklammert, mit dessen Wiederaufrichtung ja die Hoffnung auf die vollständige Erneuerung des nationalen Lebens verbunden war, als dass noch im Volksleben Raum gewesen wäre für die Anschauung des R. Nehorai, die das Königtum als eine dem Wesen der Theokratie, wenn nicht 1l Pent-Komm., ed. Hanau,!. 271. *) Sanhedrin I. c. 3) Als die beiden anderen werden der Kampf gegen Amalek und der Bau eines Tempels bezeichnet. 4) Vergl. Nachmanides a. 1. 5) Maimonides H. Melachim 1, 1; R. Moses aus Coucy Semag, ed. Venedig, f. 191.

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