Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 135

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 135)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3486266-3486295--4695-3491064
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Das Königtum nach biblisch-talmudischer Rechtsauffassung. Von Dr. Heinrich Heinemann s. And• in Frankfurt a. M.1). § 1. Bei der Betrachtung der jüdischen Ansicht über das Königtum ist naturgemäss die erste Frage, die sich uns aufdrängt: Betrachtet das Judentum das Königtum als eine göttliche oder als eine menschliche Einrichtung? Gehen wir zur Lösung dieser Frage auf die heilige Schrift selbst zurück, so scheint es, als wenn sie im letzteren Sinne ihre Beantwortung finden muss. Die Worte des Deuteronomiums2), auf die die meisten talmudischen Bestimmungen über das Königsrecht zurückgehen, tragen mehr den Charakter einer Erlaubnis, als den eines Gebotes an sich, und als zu Samuels Zeit das Volk einen König verlangte, spricht Gott3): ״Nicht dich, sondern mich haben sie verworfen, über sie zu herrschen“. Das Königtum erscheint uns also hier mehr als eine Konzession der Theokratie der politischen Notwendigkeit gegenüber, denn als Folge oder Ausfluss derselben. Diese Anschauung findet auch im Talmud ihren Ausdruck in. der Ansicht des R. Nehorai, der4) das ganze Königsrecht nur als eine Nachgabe gegenüber dem Aufruhr des Volkes bezeichnet und der zur Begründung seiner Ansicht auf V. 14 ואמרת אשימה עלי מלך verweist. נ) Ich ubergebe den folgenden, vor 50 Jahren geschriebenen Aufsatz meines sei. Vaters der Öffentlichkeit. Neben den Darstellungen von S. R» Hirsch Qeschurun VI S. 127 ff.) und D. Hoffmann in seinem Kommentar zu Deuteronomium durfte die Arbeit namentlich durch die Hervorhebung der verschiedenen Ansichten, die sich auf dem Boden des Judentums als möglich erwiesen haben, und durch den Versuch ihrer Motivierung auch heute wertvoll sein. Änderungen von Belang wurden nicht vorgenommen; nur sind hier und da polemische Ausführungen, die heute nicht mehr interessieren dürften, fortgelassen worden. J. H. .14-20 ,17 (י 8) I. Samuel 8, 7. 4) Sanhedrin 20 b.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.