Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 106)
- Language
- German
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86 wird im unmittelbaren Anschluss an diesen Festkatalog das Götzendienstverbot erneuert (V. 13), auch hier das Sabbathruhegebot (V. 12) neu eingeschärft, aber nicht in die Mitte der Festtage eingeschoben. Das Wichtigste aber ist, dass auch hier (V. 10 und 11) dem Ruhegebot am Sabbathtag das Ruhegebot des Sabbathjahrs sich anfügt; ein Beweis dafür, dass die innere Verwandtschaft zwischen diesen beiden, die regelmassige Arbeit des Lebens unterbrechenden Feierzeiten gross genug war, um überall, wo der Sabbathgedanke zu Worte kam, Sabbathtag und Sabbathj ahr nebeneinander als seine Vertreter aufzuführen 1). Auch dieser Gesichtspunkt darf als Stütze für die Ueberlieferung R. Akibas dienen, die darum an unserer Stelle den vermissten Hinweis auf das Sabbathjahr in den Worten בחריש ובקציר תשבת suchte und fand. Resümieren wir unsere Ergebnisse, so zeigen sich folgende Möglichkeiten in der Erklärung von Vers 21 : a) Der Inhalt wird ohne Einschränkung und ohne Suche nach weiteren Beziehungen auf den Sabbathtag bezogen und bietet neben dem allgemeinen Ruhegebot eine Hervorhebung des Verbots der Landarbeit. Die Frage nach dem Warum an dieser Stelle? bleibt gänzlich unberücksichtigt. b) Der ganze Vers, auch in seinen Schlussworten בחריש ובקציר תשבת, bezieht sich auf das Sabbathruhegebot. Um aber der Schwierigkeit, die die Einfügung dieses Inhalts an dieser Stelle bereitet, zu begegnen, wird durch die Schlussworte eine Beziehung zum Omergebot und damit zum Pessachfest gegeben (R. Ismael). c) Die Schlussworte בחריש ובו׳ werden auf das Siebtjahr (הוספת שביעית) bezogen. Die Eingangsworte betonen, dass trotz allgemeiner Ruhe im Sabbath j a 11 r die Sabbath tags geböte fortbestehen (dagegen die Sadducäer) (R. Akiba). Von diesen drei Deutungsversuchen kann auf die Rubricierung als פשט im landläufigen Sinne nur der erste Anspruch erheben. Welchen Ausdruck kann man nun aber für das Verhältnis zwischen der Auslegung des R. Ismael und der des R. Akiba finden? 1I Bezeichnend ist in dieser Hinsicht auch der Lehrsatz des R. Ismael (Rosch haschanah 9 a) ,כל מקום שיש בו שבות מוסיפין זכו, wo unter den Begriff שבות neben Sabbath und Jom Tow auch Siebtjahr subsumiert wird.