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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1916-01-01 · XI. (1916) · page 105

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
XI. (1916)
Date
1916-01-01
Page
– (sequence 105)
Language
German
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85 Zu dieser Annahme wird man durch folgende Ueberlegung לפע״ד geradezu gezwungen. Wenige Zeilen vor unserer Stelle heisst es dort (אמר ר, יהודה אמר שמואל אין ב־ד הייבין :(הרריות ד״ ע״א עד שיורו בדבר שאין הצדוקין מורץ בו אבל בדבר שהצדוקין מודין בו פטורץ ״ .מ״ט ויל קרי בי רב הואB. Jehuda lehrte im Namen Samuels, dass nur dann ein Irrlehrenopfer zu bringen sei, wenn das Beth Din in einer Angelegenheit, in der die Sadducäer die halachische lieberlieferung bestreiten, gefehlt habe. Liegt die Sache aber so einfach und unbestritten, dass selbst die Sadducäer die richtige Ueberlieferung nicht zu bestreiten wagen, und dennoch brachte das Beth Din es fertig, irre zu gehen, so gibt es kein Irrlehrenopfer; denn das ist gar kein Beth Din, sondern es sind ABC-Schützen!tt— Diese Ansicht wird nicht bestritten, gilt also als allgemein acceptiert1). Hieraus ergibt sich aber mit Notwendigkeit die Consequenz, dass die Sadducäer in der Tat gelehrt haben müssen אין שבת בשביעית; denn andernfalls wäre die Frage des E. Sera ja im vornhinein erledigt: ein Beth Din, das diesen Irrtum beging, wäre ja ein זיל קרי בי רב! Und so gewinnt denn die Frage des E. Sera ein anderes Gesicht. Es handelt sich in ihr nicht um ein ausgeklügeltes Spiel der Phantasie, sondern um Realitäten des Lebens, die zweifellos oft zu Zusammenstössen zwischen den Vertretern derHalachah und den Sadducäern führen mussten. Und auch diese Erkenntnis dürfen wir aus dieser Discussion entnehmen, dass die Ueberlieferung des K. Akiba, wonach die Worte בחריש ובקציר תשבות sich auf das Sabbathjahr bezögen, so tief in das allgemeine Bewusstsein eingedrungen war, dass die Sadducäer sogar daraus die Unterlage für ihre Falschlehre schöpften. _ Als auf eine lehrreiche Folie zu unserer Stelle im Cap. 34 sei noch auf die Parallele in Cap. 23 hingewiesen. Auch dort begegnen wir einem kurzen Katalog der Wallfahrtsfeste (V. 14 bis 16), der durch keine weiteren Einschiebsel unterbrochen wird, als durch Einschärfung des Mazzothgebots am Pessach und des Püichtopfers an den Wallfahrtsfesten (V. 15) 2). Und auch hier 0 Vgl. dazu aber 1 תוספות הרא״ש. c. Ferner רש״י z. St. ד״ה בעי ר׳ יוסף, sowie תוספות z St ד״ה שמע מינה. 2) Vgl. S. 81 Anm. 2.

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