Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- XI. (1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- – (sequence 74)
- Language
- German
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54 Wie der Präsident darlegt, bekundet Wulf Tudesco Reue über seine Handlungsweise und bittet um Aufhebung der über ihn verbängten Strafe der Berachä, da niemand mit ihm sprechen dürfe. Die Sache wird bis zum Mittwoch vertagt. Wulf soll dann persönlich erscheinen; man wird ihm die gegen ihn erhobenen Beschuldigungen mitteilen und, falls er Besserung gelobt, soll geschehen, was recht und billig ist. Am 22. s. M. Dem erschienenen Wulf wurde eine scharfe Rüge erteilt. Man machte ihm zum Vorwurf, dass er sich sowohl durch Reden wie auch in einer Druckschrift in höchst abfälliger Weise über die von den Unsrigen in den Handel gebrachten Tabake geäussert hätte (fulminado contra), lediglich deshalb, weil ihm unsere Makler nicht 1/2 der Courtage bewilligen wollten. Aus dieser seiner Handlungsweise sei den Unsrigen grosser Nachteil erwachsen. Ferner machte man ihm Vorhalte darüber, dass er dem Rephael Sabetay bei dessen Betrügereien Beihülfe geleistet, zu Gunsten desselben in lügnerischer Weise geprahlt und dadurch Aergernis erregt habe. Wulf antwortete, er nehme den ihm erteilten Verweis an; er brachte einige Entschuldigungen vor, gelobte, sich zu bessern und eine derartige Handlungsweise nicht fortzusetzen. Ferner verpflichtete er sich, falls wieder Klagen über ihn bei dem Vorstande geführt werden, die sich als begründet erweisen, alle Strafen auf sich zu nehmen, welche der Vorstand über ihn zu verhängen für gut befindet. Auf Grund dieser Erklärung wurde die Berachä aufgehoben und den Gemeindemitgliedern gestattet, wieder mit Wulf zu verkehren. ______ Dem Joseph Fidanque soll man von neuem Zureden, damit er in seiner Sache mit Moseh de Vargas Schiedsrichter ernennt1). Falls er jedoch hierauf nicht eingehen will, sieht der Vorstand keine Veranlassung, sich weiter mit dieser Angelegenheit zu befassen. Abraham Soarez lässt durch Dr. Pimentei vortragen, seine Mutter habe, als sie sich hier niederliess, ihren Beitrag zum *) Siehe S. 50.