Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 426)
- Language
- German
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362 gewesen sein, da das eine Mal fast nur die Häuser besitzenden Doktoren1), das andere Mal nur diejenigen Doktoren erwähnt werden, die zur Miete wohnten2), überdies ja auch nur für einzelne Jahre Nachrichten hierüber vorliegen. Da jedoch bei allen diesen Personen dem Doktortitel keine nähere Bezeichnung ihres Berufes hinzugefügt ist, so können sie nicht mit voller Sicherheit als Aerzte angesehen werden, wenn auch ein gewisser* Grad von Wahrscheinlichkeit dafür spricht. In ähnlichem Sinne äussert sich auch Lewin auf Seite 370 bezüglich der drei von ihm genannten Doktoren und lässt es daher ganz mit Becht dahingestellt sein, ״ob diese drei Männer Aerzte waren“. Im Widerspruch hiermit werden dieselben jedoch auf Seite 375 als Mediziner angesehen und den ersten jüdischen Aerzten in Posen zugezählt. Mit voller Bestimmtheit kann aber nur der auch von Lewin erwähnte B. Samuel, dessen 1626 als eines Verstorbenen gedacht wird3), als der älteste jüdische Arzt in Posen bezeichnet werden, der uns bisher bekannt geworden ist. Im allgemeinen dürfte, etwa von einzelnen Jahren und Pest- Zeiten abgesehen, kein Mangel an Aerzten in der Posener Gemeinde geherrscht haben4). So übten auch im Jahre 1695 mindestens vier Aerzte ihre Berufstätigkeit aus5). Es ist daher nicht zu verwundern, dass es zwischen ihnen bisweilen zu einem harten Konkurrenzkämpfe kam. Aus Anlass eines solchen fühlte sich die Gemeindebehörde 1695 bewogen, nicht nur zum Wohle der beiden streitenden Parteien, sondern auch im öffentlichen Interesse der Fehde durch einen Urteilsspruch ein Ende zu machen. Schliesslich wurde bestimmt, dass wer von ihnen zuerst die beschworenen Punkte nicht innehalten werde, ausser anderen Strafen den Verlust der Berechtigung zur Ausübung seines Berufes zu gewärtigen habe6). Auf solche נ) Libri boni ord. a. a. O. 2) D VII 12. 3) Pos. hdschrftl. Gemeindebuch III BI. 34b. 4) Ueber Aerztemangel wurde 1632 geklagt; vgl. das Pos. hdschrftl. Kscherimbuch, Bl. 24b. 5) Za den in diesem Jahre genannten Leib, Leib Pinner und Baruch (Pos. hdschrftl. Gemeindeb. II, Bl. 31b) kommt noch der bekannte R. Jakob Winkler hinzu. 6i Ebendaselbst.