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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 365

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 365)
Language
German
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301 waren, wodurch seine Edition für die Kenntnis der Sprache und die Entwickelung der deutschen Sprache in Polen von grosser Wichtigkeit ist. Die Orthographie des Hebräischen ist die auch sonst in un״ punktierten Texten übliche; der Schreiber setzt ein % wo es entbehrlich wäre, und zwei, wo eines stehen sollte. So finden wir כילם statt <לם ניזהר statt קהילה ,נזהר statt גניבה ,קהלה statt שלישי,גנבה statt ריבית ,שלשי* statt רבית, wie auch השייך statt בענייני,השיך statt בעניני u. s. w. u. s. w^ Ausserdem germanisiert der Schreiber hebräische Ausdrücke oder bildet aus hebräischen Wurzeln deutsche Zeitwörter, indem er der Wurzel eine deutsche Endung anscbliesst. So lesen wir ניהשבנת für abgerechnet, תפסין für einkerkern, ניהפמית für besiegelt u. s. w. Die Orthographie des Jargons ist ganz derjenigen der jüdisch-deutschen Uebersetzungen und der ״Privatbriefea ähnlich. Es ist schade, dass die sogenannte jüdisch-deutsche Uebersetzung des Neuen Testamentes von Paul Helic (einem getauften Krakauer Juden) aus dem Jahre 1540 (Druck von ihm selbst, Krakau 1540—41, siehe auch Paul Helic bei Brann, Geschichte der Juden in Schlesien Y, S. 171) rein deutsch ist, sonst könnten wir die Fortentwickelung der jüdisch-deutschen Sprache in Krakau von 1540—1595 studieren1). Die Juden selber nannten ihre Sprache deutsch, denn das Statut macht den Seniores zur Pflicht, sämtliche Privilegien ins Deutsche mit jüdischen Lettern übertragen zu lassen (fol. 22 b § 41 בכתב עברית בלשון אשכנז), was auch in Wirklichkeit geschehen ist; diesem Umstande verdanken wir die jüdisch-deutschen Glossen am Rande der Generalprivilegien der Krakauer und gesamtpolnischen Judenschaft, die im Archiv der israelitischen Kultusgemeinde sich befinden und von Schorr in der Jewrejskaja Starina (1909) ediert wurden. Dieses Deutsch der Juden war in Wirklichkeit nicht viel verschieden von dem Deutsch der Krakauer Bürgerschaft; nur bildet das Ende des XVI. Jahrhunderts einen Wendepunkt in der Entwickelung der Judensprache. Die bis dahin fast gänzlich deutsche Bürgerschaft begann sich in der Zeit schnell 0 Das einzige uns bekannte Exemplar befindet sich in der Jagellonischen Bibliothek in Krakau. Es ist fraglich, ob es eine Transcription der Lutherischen Uebersetzung ist, da das Werk dem katholischen Bischof Peter Gamrat gewidmet ist. J 0 ch er behauptet irrtümlich, die Uebersetzung stamme von־ Johannes Harzuge.

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