Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 353)
- Language
- German
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289 Hals oder an den Händen, auch keine Juwelen am Busen tragen. Wer diesem zuwiderhandelt, wird das erste Mal in zwei Reichstaler Strafe genommen; bei wiederholter Contravention kann der Vorstand nach seinem Ermessen eine höhere Geldbusse verhängen. Bei gleicher Strafe wird es verboten, Kindern Juwelen oder goldene Ketten anzulegen “. Diese Verordnung soll zu den übrigen Verordnungen eingetragen werden. Gabriel Gomez1) und dessen Familie sollen ersucht werden, ihre Schuld an Sedacä und Beitrag zu zahlen; ebenso soll Lima an seine alten Bechnungen erinnert werden. Am vergangenen Freitag kam Chacham Soportas2), welcher aus London wegen der Epidemie geflohen war, in unsere Synagoge. Man liess ihm sagen, er möge sich zurückziehen und nicht vor Ablauf von vier Wochen in die ״Esnoga“ kommen. Jeosua und Daniel Abengur, welche ihn und seine Familie eine Nacht beherbergt hatten, müssen acht Tage ausserhalb der Synagoge bleiben. Man lässt bekannt machen, dass Angehörige unserer Nation, welche von England kommen, sich vier Wochen lang von uns abgesondert halten müssen. Wer solche Personen bei sich beherbergt, soll ebenso lange der Synagoge fern bleiben. Dem Samäs Abraham Lopez erteilt man eine Rüge, weil er seine Obliegenheiten nicht mit gehörigem Eifer wahrnimmt, den Anordnungen des Gabay nicht Folge leistet, nicht als Letzter die Synagoge verlässt, um die Tür zu schliessen und eine nichtjüdische Dienstmagd allein das Gotteshaus betreten lässt, um auszulegen, was gegen die einem so heiligen Orte schuldige Ehrfurcht verstösst, r) Der hier genannte ist vielleicht identisch mit Gabriel Gomez aus Amsterdam, der im Jahre 1657, unter König Frederik 111, für seine Glaubens* genossen das Recht erwirkte, sich in Dänemark niederzulassen und daselbst Geschäfte zu betreiben. 2) Das Gemeindebuch schreibt diesen Namen bald Soportas, bald Sos~ portas, entsprechend der Ableitung von sob as portas (unterhalb der Tore). Das sechs Tore (seis portas) darstellende Wappen dieses Chacham und der Titel שש שערים für eine von ihm verfasste halachische Abhandlung wären demnach nur als geistreiche Wortspiele zu betrachten. Jahrbuch J. L. G. X. 19