Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 276)
- Language
- German
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- Cicero 1× ep/1024888
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212 Silben des Wortes מקטרג wurden zwei Wörter gebildet מקטע רגלין. Der CJebergang vom ״Füsse abschlagen“ bis zum Begriff ״anklagen“ ist allerdings nicht einfach, aber an solche gezwungenen Uebergänge sind wir ja bei Volksetymologien gewöhnt. Vgl. z. B. Sanhedrin 67 b, Chulin 7 b, wo das Wort כשפים in .מכחישין פמליא של מעלה zerlegt wird1). So hat sich auch hier der Volksmund das״ Fremdwort מקטרג in seiner Sprache zurechtgelegt: dem Angeklagten sind, bildlich gesprochen, ״die Füsse abgeschlagen“, d. h. er muss zu Falle kommen. Im späteren Mittelalter ist inan darin noch weiter gegangen.. Man wollte alle Sprachen auf die heilige Ursprache zurückführen und gelangte dabei zu den gewagtesten, unmöglichsten Hypothesen. So erzählt Asarja de ßossi, מאור עינים ed. Cassel S. 456, von einem Werke דור הפלגה des David Provengali, in welchem mehr als zweitausend lateinische, griechische und italienische Wörter aus dem״ Hebräischen abgeleitet wurden. Z. B. uxor von עזר; pellex von פלגש; Hospidale von אוסף דל; Kalliope von קול יפה u. s. w. Als einmal ein Redner eine Versammlung jüdischer Gelehrter als ״Akademie“ begrüsste, nahm einer der Zuhörer daran Anstoss, dass■ zu einer solchen Gelegenheit eine aus dem Griechischen und nicht aus dem : Hebräischen stammende Benennung gebraucht wird. *,Darauf, sagte ich ihm“, so erzählt de Rossi, mit Berufung auf das genannte Werk, ״das Wort ״Akademie“ sei wahrscheinlich hebräischen Ursprungs, nämlich eine Zusammensetzung von עקד ״Versammlung“ (vgl. H. Kön. 10, 12) und אדם, worauf sich der Kritiker zufrieden gab“. Wir wundern uns heute, dass ein so kritischer Kopf und grosser Sprachkenner, wie de Rossi, an solchen haltlosen Hypothesen Gefallen finden konnte. Bekanntlich finden sich jedoch auch bei Plato und Cicero ähnliche unbegreifliche Etymologien, obgleich beide mustergiltige Schriftsteller in ihrer Sprache waren. LV. In Jeruschalmi Sanhedrin IV, 7 lesen wir folgendes: ד, יהודה אומד אין מדקדקין ביין נסך כתיב לא תטה משפט אביונך בריבו אי אתה מטה• *) Vgl. auch Sabbat 77 b und Nedarim 51a.