Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 273)
- Language
- German
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209 kenpung Jerusalems als Stätte des Zentralheiligtums gemeint war, die Verzeihung seiner Frevel und die einstige Erschliessung der Pforten des גן עדן verhiess. הקב״ה מטייל עם הצדיקים בנן עדן lautet der bekannte Ausspruch. Jerobeam mag noch so verstockt gewesen sein, so kämpfte er doch einen schweren Kampf und bei alledem siegte dennoch am Ende sein Trotz und er folgte nicht dem Gottesrufe הזרד בך. Was mag es gewesen sein, das den Entschluss zum Beharren in seinem Frevel die Oberhand gewinnen lie;>s, fragt der Haggadalehrer im Talmud? Er gibt uns auch die Antwort darauf. Jerobeam hat sich die Frage vorgelegt: ״ מי בראשWenn ich umkehre, die alte Ordnung wieder einführe und das Heiligtum zu Jerusalem als die alleinige Stätte der Gottesverehrung anerkenne, wer wird dann an der Spitze stehen — nicht im Gan Eden, sondern hier, im Bereiche der weltlichen Macht —?“ Darauf musste er sich die Antwort geben: ״ ,בן ישי בראשDer Sohn Jischais wird an der Spitze stehen und die erste Stelle einnehmen“. Der Prophet mag mir wohl die ewige Seligkeit im גן עדן verheissen, die Oberherrschaft hier auf Erden kann er mir nicht verleihen. Auf diese Weise erklärt sich auch, warum es zuerst heisst ״ אתה ובן ישיdu zuerst und dann der Sohn Jischais“ und nachher dennoch steht בן ישי בראש ״der Sohn Jischais soll an der Spitze sein“, eine Schwierigkeit, die bereits vielfach bemerkt und erörtert wurde. Das Erstere bezieht sich jedoch auf das גן עדן, da käme der bekannte Grundsatz zur Geltung: במקום שבעלי תשובה עומדין אין צדיקים גמורין יכולים לעמוד ״der ,בעל תשובר nimmt einen höheren Rang ein als der צדיק במור“. Das Letztere hingegen bezieht sich auf die irdische Herrscher- Stellung. Da kann es nur heissen: בן ישי בראש. Das war die Ursache, dass er sagte: ״ איב לא בעינאWenn dem so ist, so mag ich nicht umkehren“. Sein massloser Hochmut liess ihn auch diesmal die so deutlich an ihn ergangene göttliche Aufforderung überhören, so dass er weiter in seinem frevelhaften Treiben verharrte. L1V. In den meisten Sprachen macht sich das Bestreben geltend, Ausdrücke und Wörter, die einer fremden Sprache entlehnt sind, so lange abzuschleifen und umzuformen, bis sie ihr fremdes Gepräge verlieren und den Gebilden der heimischen Sprache ähnlich werden. Sehr häufig zeigt sich das weitere Bestreben, diese Fremd- Jahrbuch J. L. 6. X. 14