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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 269

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 269)
Language
German
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IRI
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205 Schande deines Vaters, deiner Mutter nicht enthüllen und der Oeffentlichkeit preisgeben“! Er fälscht dadurch den Sinn des Thorawortes, das sich auf den geschlechtlichen Umgang bezieht. Für ßaschis Erklärung spricht klar und deutlich die dortige Talmudstelle: ״ :תנא רב יוסף קלון אביו קלון אמוRab Josef lehrte: [er sagt] Schande seines Vaters, Schande seiner Mutter“. Obgleich nun diese Stelle keine andere Erklärung zulässt, so sehen wir dennoch, dass Maimuni in seinem Mischnakommentar einen anderen Weg geht. Er sagt, die Mischna spricht von dem Thoravorleser, der, statt אביך und אמך, das Pronominalsuffix der dritten Person gebraucht und אביו und אמו sagt. Dem soll man Schweigen gebieten, denn er fälscht den Text der Thora. דשים בנוי הנסתר במקום כנוי הנוכח שיאמר אביו ואמו ואחותו.במקום אביך ואמך ואחותך. Maimuni hat diese Erklärung von seinen Lehrern, denn auch R. Chananel, dessen Kommentar wir jetzt in der Wilnaer Talmudausgabe besitzen, erklärt es ebenfalls so. Von diesem hat sie auch Aruch s. v.כן entnommen. Dass diese Erklärung für das Mischnawort מכנה besser passt, ist unzweifelhaft. Die zwei Belegstellen, die Raschi in der Mischna aus Sifre IV. M. 11,15 beibringt1), sprechen dafür und ebenso steht in Schebuoth 36a בנה in demselben Sinne. In allen diesen Fällen wird das Pronominalsuffix der ersten resp. der zweiten Person in das der dritten Person geändert. Aus letzterer Stelle ergibt sich auch, dass man nur beim Vorlesen der Thora an dieser Veränderung Anstoss genommen, nicht aber beim Vortrag eines Bibelverses im Lehrhause. Dennoch aber bleibt es auffallend, wieso Maimuni und R. Chananel diese Mischna, ohne auf die נמרא Rücksicht zu nehmen, erklären können. Der Wortlaut der Gemara kann doch nicht anders als im Sinne von Raschi verstanden werden. Das bemerkt bereits der טורי אבן z. St., der nur den Mischnakommentar Maimunis anführt und den Aruch nicht gesehen hat. Ein anderer unserer Grossen, חתם סופר zu Eben ha־Ezer n, 18, hat auffallender Weise Maimuni z. St. ignoriert, führt dafür den Aruch als einzigen Autor dieser Erklärung an und bemerkt dazu וצע״ג. Da nun die Annahme, dass R. Chananel und Maimuni die Mischna im Gegensatz zu unserer Gemara erklärt haben, auszul) Bei uns fehlen sie im Sifre, aber sie stehen im )alkut z. St

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