Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 268)
- Language
- German
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204 Menschen, sie wieder einzufangen, gleich nachdem er sie losgelassen, so darf er sie für sich behalten. (Das. 141b עד כמה משלחה וכר)♦ Auch diese Bestimmung erklärt sich ganz ungezwungen aus der obigen Begründung. So lange sie zurückkehrt, leistet auch der Muttertrieb Beihülfe bei ihrer Gefangennahme. Gelingt es aber sie einzufangen, wenn sie die Brut bereits verlassen hat, dann fällt der angegebene Grund zur Schonung fort, dann tritt wieder das Naturrecnt in Kraft, das dem Menschen die Herrschaft über das Tier verleiht. Zu dieser letzteren Bestimmung gibt auch רמב״ם jene Erlaaterung, aus der wir die obige Begründung geschöpft haben. Seine Worte ה״ שחיטה פי״ג ה״ז lauten: לא אסרה תורה לצוד אותה והיא אינה יכולה לפרוח בשביל הבנים שהיא מרחפת עליהן שלא ילקחו שנאמר והאם ״ .רובצת על האפרוחים, אבל אם הוציאה מתחת ידו וצד אותה מותרDie Thora hat das Einfangen der Vogelmutter nur dann verboten, wenn sie nicht entfliehen kann wegen der Brut, die sie beschützt, damit sie ihr nicht genommen werden sollen; denn es heisst: Die Mutter lagert auf den Jungen usw. Wenn man sie jedoch fortgeschickt hat und es gelingt, sie wieder einzufangen, dann ist sie erlaubt“. Sobald der Muttertrieb nicht mehr mitwirkt, sie dir auszuliefern, hört auch die vom Gesetz dir auferlegte Beschränkung auf. רמבץ zu V. M. 22,6 gibt, wie wir oben gesehen haben, die gewöhnliche Begründung. Er sagt, wenn man die Mutter mit den Jungen nimmt, so sieht es aus כאילו יכרית המין, als ob er die ganze Gattung vernichten wollte, und das erscheint als Grausamkeit. Er fügt jedoch vier Worte hinzu, — die nicht gut zu seiner Begründung passen — ״ בהיות להם דרור לעוףnachdem sie die Freiheit hätten zu entfliehen“. Das erweckt den Anschein, als ob er auch an die andere, oben gegebene Begründung gedacht hätte (?!). LII. In der im vorigen Aufsatz erwähnten Mischna Megilla 25 a heisst es auch: ״ ♦המכנה בעריות משתקין אותוWer in dem Abschnitt über die Arajoth, d. b. die geschlechtlichen Vergehen, eine Veränderung des Wortlautes vornimmt, den heisst man schweigen“. Nach Raschi ist damit gemeint, wenn jemand die Worte ערות אביך, ערות אמך uneigentlich oder bildlich erklärt: ״Du sollst die