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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 266

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 266)
Language
German
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202 Stelle gefunden, wo man sie am wenigsten suchen würde, im Mischne Thora das RMBM, Hilehoth Schechita XIII, 7. Sie wird dort nur kurz und andeutungsweise erwähnt und, da sie, soviel ich sehen konnte, noch nirgends angeführt ist, so sei es mir gestattet, sie hier etwas ausführlicher darzulegen. Der allgütige Schöpfer hat dem Erdensohn die Befugnis erteilt, von seiner physischen und geistigen Ueberlegenheit Gebrauch zu machen, um seine Herrschaft über die Tierwelt zu begründen, sie in seinen Dienst zu zwingen und zur Befriedigung seines leiblichen Bedarfes zu verwenden. I. B. M. 1,28, Ps. 8, 7 und 8. Der Mensch darf daher Gewalt und List anwenden, um in den Besitz des Tieres zu gelangen. Es gibt aber Fälle, in denen der Mensch mit den gewöhnliehen physischen und geistigen Waffen das Tier nicht zu überwältigen vermag, wo ihm jedoch ein besonderer Umstand zu Hülfe kommt, der das Tier ihm gegenüber wehrlos macht; das ist der Fall zur Brutzeit. ״Zu keiner anderen Zeit lässt ein Vogel den Menschen so nabe an sich herankommen, als wenn er brütend auf dem Nest sitzt. Mit grossen ängstlichen Augen sieht er den menschlichen Störenfried an, der ihm immer näher rückt; sein kleines Herz pocht vor Angst, er möchte gerne dem unheimlichen Feind entfliehen, aber die Mutterliebe ist in dem kleinen Geschöpf stärker als die Furcht, es bleibt, wenn auch voller Angst, auf den Eiern sitzen. Findet man ein Vogelnest, so soll man, um den armen Vogel nicht unnötig zu ängstigen, nicht zu dicht herangehen, man kann aus einigen Schritten Entfernung ja auch genug beobachten“. Aus diesen Worten eines Beobachters der Natur ersehen wir, dass es der edelste der Triebe, der Muttertrieb ist, der das Tier zu dieser Zeit gegenüber den Nachstellungen des Menschen wehrlos macht. Wäre die Vogelmutter selbstsüchtig oder könnte sie selbstsüchtig handeln und auf ihre eigene Rettung bedacht sein, so würde sie davonfliegen und es würde dem Menschen nicht leicht fallen sie zu erhaschen. Sie trotzt jedoch der Gefahr und harrt aus, um ihre Brut zu schützen und zu verteidigen. Da sagt nun unsere heilige Lehre, diesen edelsten der Triebe, der das Tier seiner natürlichen Waffe, der Schnelligkeit seiner Schwingen,

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