Mannheim
Compact Memory

Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 264

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 264)
Language
German
Belongs to
journal volume
OCR quality
97% known words query
IRI
…/3486266-3486285--4364-3490732
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Lehrer ihres Lehrers רבעו הגדול und nach palästinensischer Sitte .רבי רבד, womit nicht ein bestimmter Lehrer, sondern der jeweilige Lehrer des Lehrers gemeint war. ß. Jochanan kannte noch Rabbi und war bei seinen Vorträgen anwesend, aber er sagt selbst, dass er nur stehend seine Vorträge anhören durfte und dass er noch nicht die Reife erlangt hatte, um die Diskussion zwischen Rabbi und Rab zu verstehen, (s. 0.). Seine eigentlichen Lehrer waren die Schüler Rabbis: Chiskija, R. Jannai u. a. Er nannte ihn daher רבי רבה, weil er sein ״Enkelschüler“ war. Rab Chisda nennt Sukka 33 b, 35 b und an anderen Stellen den Rab רבינו הגדול; vgl. Raschi Bechoroth 45 a, Niddah 49 b. So häufig auch Rab Chisda Aussprüche des Rab referiert, ihn bald רבעו (z. B. Berachoth 38 b, Bezah 25 a), bald רבינו הגדול nennend, so war er doch nicht eigentlich sein Schüler. Seine Lehrer waren vielmehr die älteren Schüler Rabs: Rab Huna, Rab Hamnuna u. a. Auch sein eigener Schwiegervater רב חנן בר רבא, der ein Schwiegersohn Rabs war, hat ihm viele Aussprüche desselben überliefert. Er stand demnach in demselben Verhältnis zu Rab wie R. Jochanan zu Rabbi und nannte ihn daher רבעו הגדול. Wir sehen darnach, vorausgesetzt, dass meine Annahme zutreffend ist, dass רבי רבה oder רבינו הגדול keine Bezeichnung einer bestimmten Persönlichkeit ist, dass dadurch vielmehr ein genealogisches Verhältnis zum Ausdruck gebracht werden soll, | womit nicht in Abrede gestellt wird, dass man diese Bezeichnung vorzugsweise auf wirkliche grosse Männer angewendet hat]. Demnach können wir sagen, dass auch R. Awira den Ausdruck רבי רבה in diesem Sinne gebraucht hat, und wir sind nicht gezwungen, mit Raschi anzunehmen, dass er R. Jehuda ha-Nassi gemeint hat, weil auch ß. Jochanan diesen so benannt hat. R. Awira hat wohl das Lehrhaus des R. Jochanan frequentiert, er war dort מפטיר כנסיות, d. h. er hat den Schülern Dienste geleistet, wie es Raschi und noch deutlicher R. Gerschom z. St. erklären. Seine eigentlichen Lehrer waren R. Ammi und R. Assi, die Schüler des R. Jochanan, deren Aussprüche er häufig tradiert; er stand zu diesem im Verhältnis eines תלמיד תלמידו und er hat ihn daher רבי רבה genannt, genau so wie Rabbi von R. Jochanan benannt wurde. Damit sind alle chronologischen Schwierigkeiten behoben.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.