Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 260)
- Language
- German
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196 vgl. Gesenius, Grammatik t2, § 58,4 — beim Nomen jedoch nur einmal in Jes. 23,11: מעזרה statt מעדה♦ Hier in unserem שמר haben wir die ganz gleiche Form mit Nun epentheticum beim Suffix der ersten Person. Für beide Formen muss eine einheitliehe Erklärung gefunden werden. Es gibt einen semitischen Sprachstamm, der dem hebräischen am Nächsten steht, welcher dieses ״Nun“ sehr häufig als Verbindungsbuchstaben zwischen Nomen und Suffix benützt: es ist der phönizische Sprachstamm. Vgl. Levy, Phönizisches WB, Breslau 1864; Phönizische Studien ZDMG XII, 343. Damit erklärt sich, dass Jesajas a. a. 0. in seiner Strafrede an Tyrus, wo er dem phönizischen Reiche den Untergang ankündigt, mit markanter Betonung und Vewrendung des phönizischen Dialektes aufruft: ״Der Ewige hat befohlen zu vernichten מעזרה“. Das hat, soviel mir bekannt, zum ersten Mal Hitzig bemerkt. Damit findet auch das rätselhafte שמר seine Erklärung. Die Begegnung ßabban Gamliels mit dem Heiden Magbai hat auf dem Wege nach dem ehemaligen Tyrus stattgefunden, denn es heisst dort, dass er eine Stunde später nach der ״tyrischen Leiter“ (סרלמא דצור) kam. Akko und Kesib liegen doch auch im Küstengebiet, das zum phönizischen Reiche gehörte. Als ihn der Schüler nach seiner Heimat fragte, sagte er auch, er sei aus den Städten der בומרן, das heisst wohl, er sei hier in der Nähe zu Hause; er gehörte zu den Bewohnern des ehemaligen Phöniziens und hat deren Dialekt gesprochen, indem er sagte: 1 מגבאי שמר). Ist unsere Erklärung richtig, dann sehen wir mit Erstaunen, dass die talmudischenTexte mit minutiöserTreue uns überliefert worden sind. Wieso R. Awira dazu kommt, eine solche Wortform zu gebrauchen, darüber können wir nur Vermutungen anstellen. Wir müssen annehmen, dass er ebenfalls in jenem Teile Palästinas, im Nordwesten des heiligen Landes, heimisch war. Dort wohnte auch R. Jakob b. Ide, nach Bezah 26 b, B. Mezia 43 b, Erubin 80 a. 0 Vgl. Schröder, die phönizische Sprache, Halle 1869, S. 290, wo die punlschen Texte im Poenulus des Plautus hebräisch transskribiert sind. Das. Zeile 2: "מלאבוגי meine Angelegenheit, mein Geschäft“. Wenn es dort S. 305 heisst, מלאכוני gehe auf eine Grundform מלאכון zurück, so glaube ich, dass man mit mehr Recht das גי am Ende als PronominakSuffix der ersten Person mit ״Nun“ ansehen kann, ähnlich wie bei unserem שמני.