Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 258)
- Language
- German
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194 fand daselbst eine Blutspur; daraufhin erklärte er es für .*טריפה ״Du hast mich umsonst hierher bemüht“, bemerkte darauf Abbaji, ״das steht bereits in der Mischna, denn das ist genau so, als ob beide Seiten durchbohrt wären“. Diese Erzählung ist in mehr als einer Beziehung interessant und lehrreich. לשרן חכמים ברכה (Kethuboth 103 a). Der Talmud vermeidet es, wo es angeht, ein Wort des Tadels auszusprechen. Zwischen den Zeilen können wir jedoch lesen, dass er das Verhalten dieses Gelehrten nicht billigt. Es hätte sich gebührt, dass er, der Fremde, sich zu dem ortsansässigen Abbaji, der die heimische Autorität war, begeben hätte, während er, sogar als dieser ihn ersuchte, gar kein Entgegenkommen zeigte. Abbaji in seiner grossen Bescheidenheit nimmt es gar nicht übel und, begierig, eine neue Halacha von einer palästinensischen Autorität zu vernehmen, begibt er sich zu ihm, scheut auch nicht die Mühe des Treppensteigens, um sich von dem Fremden belehren zu lassen. Als er ihm dann etwas Selbstverständliches mitteilt, sagt er blos: ״Der Mann hat mich umsonst bemüht“. Ein versteckter Tadel ist auch in den Worten des Berichterstatters, R. Safra, enthalten: ״Ein Gelehrter ist aus Palästina angekommen und er sagt: R. Awira ist mein Name“. Der Bericht sollte einfach lauten: ״Ein Gelehrter namens R. Awira u. s w.“; so heisst es gewöhnlich und so steht es auch hier inkorrekterWeise in einer Handschrift im ד״ס. Man hat es offenbar seltsam gefunden, dass er sich selbst mit dem Titel ״R. Awira“ einführt, was sonst nicht üblich war. Wenn man heute einen Fremden zur Thora aufrufen will und ihn nach seinem Namen fragt, so nennt er nur seinen blossen Namen und überlässt es dem Anderen, den üblichen Titel hinzuzufügen. So wird es auch damals gewesen sein. Zum Beweise können wir eine Stelle aus Pesachim 86 a anführen. Dort wird erzählt: Rab Huna b. Nathan kam in das Haus des Rab Nachman; man fragte ihn nach seinem Namen und er sagte: Rab Huna. Das schien den Leuten auffallend und sie stellten ihn darüber zur Rede: ״Warum nennst du dich Rab Huna?“ Er antwortete: ״ כעל השם אדEs ist mein Name, man nennt mich so von Jagend auf“. So nach Raschi; R. Chananel dagegen erklärt: