Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 100)
- Language
- German
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36 1 ואפילו בנפש של רודף mit der Begründung שנאמר וקצותה את כפה und als Verbot anführt: שלא לחוס על הרודף אלא הורגין אותו הריגה קודם שיגיע לנרדף וכד שנאמר וקצותה את כפה לא תחוס עינך (Im ס״ה Verbot 293), nennt er in Hilchoth Chobel I, 9 den gleichen Schriftvers als Quelle von בשת. Nach der Auffassung von Hoffmann (s. auch Midrasch Tannaim a. a. 0. Anmerkung) wäre danach Maimonides einem Irrtum zum Opfer gefallen, für den er allerdings insofern nicht verantwortlich gemacht werden könnte, als ja der Sifre selbst, so wie er uns vorliegt, hier zwei verschiedene Ansichten durcheinander mischt. Auch der Kommentar zum Sifre, ספרי דבי רב von R. David Pardo, auf den Hoffmann selbst a. a. 0. aufmerksam macht, lässt mit Recht Maimonides aus dem Sifre schöpfen, während er selbst diesen anders als Maimonides versteht. Indessen scheint mir die wichtigste Grundlage der Hypothese Hoffmanns nicht genügend gesichert. Wie soll jene von ihm angenomraene verschiedene Deutung der Worte R.Akibas entstanden sein? Ich glaube Hoffmann etwa dahin verstehen zu sollen, dass die einen das כמשמעו des R. Akiba wussten, ohne dass sie von den Worten des Rabbi Ismael Kenntnis hatten, sodass sie das Wort im Sinne von בשת deuten konnten, während die anderen den ganzen Satz T 2 kannten und darum in dem כמשמעו die entgegengesetzte Deutung vom רודף zu erblicken glaubten. Da nun R. Akiba sich in der Tat gegen R. Ismael wendet, glaubt Hoffmann in Satz 3 und 4 des Sifre die authentische Erklärung des Rabbi Akiba za erblicken. Allein das כמשמעו musste, wie immer man es auffassen mochte, von jedem, dem es vorlag, als eine polemische Aeusserung aufgefasst werden, sodass man also voraussetzen muss, jedem, der dieses Wort hörte, sei auch die gegenteilige Meinung des R. Ismael bekannt gewesen. Dass ein Schriftvers כמשמעו verstanden werden muss, ist doch selbstverständlich, solange keine gegenteilige Ueberlieferung vorliegt. Die Verwirrung müsste denn, die Annahme Hoffmanns vorausgesetzt, so gross gewesen sein, dass man das כמשמעו als gegen jene in 3 und 4 gegebene Auffassung gerichtet glaubte, die man wohl kannte, von der man aber nicht wusste, dass gerade sie in Wahrheit dem R. Akiba angehört. Dazu kommt aber, dass man das כמשמעו, auch wenn man es als gegen R. Ismael gemünzt und in seinem wirklichen Zusammenhang ansieht, kaum dahin auffassen kann, dass hier der