Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 93)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3486266-3486285--4193-3490561- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
29 schweren Erkrankung und der bevorstehenden Auflösung dieses Mannes, die am Rtisttag des Pessachfestes 5586 die Judenstadt durcheilte, überall Schmerz und Wehklage hervorrief. In allen Synagogen wurden Gebete für seine Genesung verrichtet; die Chewra Kaddischa liess ihre thorakundigen Altmänner in Gruppen von je 12, die alle zwei Stunden wechselten, Tag und Nacht hindurch an der Stätte der Wirksamkeit R. Eleasars im Frankelsehen בית המדרש Gebete verrichten1). Alles vergeblich; am 6. Tage des Pessachfestes gegen Mittag starb R. Eleasar und am 7. Pessaehtage wurde er unter ganz besonders feierlichem Zeremoniell zu Grabe getragen2). Mehr als 6000 Juden folgten dem Sarge; überall wurde er betrauert und gar viele seiner Schüler und Freunde hielten ihm in Prag und in ganz Böhmen Nachrufe3). Sein Testament enthielt den Wunsch, dass nur diejenigen ihm Trauerreden halten sollten, die ihn zu Lebzeiten geliebt hätten, dass nur die sich mit seinem entseelten Körper befassen sollten, die ihm zu Lebzeiten freundlich gesinnt waren, und endlich, dass er an der Seite seiner ersten Gattin beerdigt werde. Sein Grabdenkmal auf d^m alten Friedhofe in Wolschan bei Prag hat die in Prag seit urdenklichen Zeiten für besonders herv4jft4־gende Männer übliche Form des Sarkophags, der für die Inschnft^mehr Raum bietet. Die Steine am oberen und unteren Grabende fragen die Inschrift, die er sich selbst vorgeschrieben4), Tage \orher anlässlich der Genesung des Kaisers eigene Dankgebete beim öffentlichen Gottesdienste abhalten lassen. x) Bericht darüber ist erhalten im ס׳ הפסקים Bl. 2t im Archiv der Prager ה״ק, wo alle ausserordentlichen Massnahmen mit den grossen Verdiensten begründet werden, die sich Eleasar Fleckeles um die Gemeinde im allgemeinen und, wie seine Ahnen, um die ה״ק im besonderen erworben hatte. 2) Aehnliches Zeremoniell bei der Beerdigung des mähr-schles. Ober״ landesrabbiners NehemiasTrebitsch; vgl. Biographische Skizze und feierliches Leichenbegängnis des.R. Nehemias Trebitsch .... von A. Schlesinger, Prag 184$. 3) S£j*1 Enkel )omtob Spitz veröffentlichte!Prag 18261 eine Elegie א*ק בבות; auch Samuel Landau gehörte zu den Vielen, die Eleasar Fleckeies Trauerreden widmeten, er soll besonders die Gemeinverständlichkeit seiner Deraschoth gerühmt haben. 4) Von der Grabschrift ist ein Bruchteil veröffentlicht in זבת; אלעזר S 55. R Eleasar Fleckeles, der aus BescF« denheit, um allzu grossem Lobe zu entgehen, seine Grabschrift selbst geschrieben, erging es also nicht besser als