Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 90)
- Language
- German
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2ö für die Kenntnis von Verhältnissen und führenden Männern der Prager Gemeinde. Dazu kommt noch das Hineinspielen bedeut« samer Ereignisse wie der napoleonischen Kriege, der Österreichischen Feldzüge in Piemont und Neapel, des Staatsbankerottes etc., in seine Zeit. Den ersten Band seiner ßesponsensammluug תשובה מאהבה veröffentlichte er im Jahre 1809. Ausser den Einleitungen, die viele biographische Notizen und Untersuchungen über Art und Zweck des Thorastudiums sowie einen Dank an seine Frau Esterl für alle ihm erwiesene Liebe und Förderung enthalten, geht ihnen eine besondere Abhandlung über das Verhältnis der Juden zu ihren nichtjüdischen Wirts Völkern voran, wie es das ßeligiousgesetz erfordert; diese Abhandlung ist eine glänzende Apologie der jüdischen Lehre gegen die immer wiederkehrenden Beschuldigungen, Juden dürften oder müssten gar von Eeligionswegen die Nichtjuden hassen, übervorteilen etc., und ist seit ihrem Erscheinen sehr häufig zitiert, gewissermassen zu einem Standard work der jüdischen Apologetik geworden. Der erste Teil der ßesponsen umfasst Antworten auf Anfragen aus dem ganzen Bereiche der jüdischen Wissenschaft, sogar literarhistorische wie die Abhandlung über den Paitan Eleasar Kalir1), apologetische wie die bereits erwähnte Antwort an Karolus Fischer2) über die Heiligkeit des Eides bei den Juden, in der er die Zumutung, den schwörenden Juden anstatt einer Thorarolle einen Sohar in die Hand zu geben, mit Entrüstung zurückweist3); auch sonst zieht er gegen die Frankisten und Sabbatianer in seinen ßesponsen mehrmals heftig zu Felde4). E. Eleasar stand entschieden auf Seiten des ß. Jonathan Eibenschütz und war felsenfest davon überzeugt, dass dieser im ßecht Landaus über die rituelle Zulässigkeit des ״Stör“ (Resp. 329), er bekämpft die Erlaubnis (wohl seitens des westfälischen Konsistoriums), am Pessach Reis zu benützen (Resp. 259) u. a. ת״מ ח״א (ג Resp. 1. ת״ם ה״א ף Resp. 26. s) Merkwürdig ist jedenfalls, dass auch Ezechiel Landau an Pater Tirsch, den Vorgänger Karolus Fischers, ein ähnliches Gutachten erstatten musste. Pater Tirsch hatte im Auftrag des erzbischöflichen Konsistoriums angefragt, ob es den Juden gestattet sei, gegen einen Nichtjuden mit der Thorarolle falsch zu schwören. Vgl. Resp. 71 der ersten Sammlung נו״ב יו״ד. 4) Vgl.ת״מת״א Resp. 1, 8, 110