Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Journal
- Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
- Volume
- X. 1912 - 5673 (1913)
- Date
- 1913-01-01
- Page
- – (sequence 89)
- Language
- German
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25 asars sind 450; viele sind verloren gegangen, viele wohl noch nach dem Abschlüsse des Responsenwerkes geschrieben worden; sie spiegeln uns so recht das Bild des grossen Meisters der Halacha. In der Form gefällig wie wenig andere, im Aufbau systematisch* 1) und klar gegliedert, bemühen sie sich stets, das Herkommen zu wahren, die grossen Traditionen eines David Oppenheim, eines Ezechiel Landau — letztere manchmal sogar gegen Samuel Landau — zu betätigen2). Als treuer Sohn einer seit Jahrhunderten in Prag ansässigen Familie lässt er keine Gelegenheit verstreichen, alte Bräuche sowie alte Erinnerungen an Gepflogenheiten und Rabbinatsbeschlüsse durch Mitteilung vor völligem Vergessen zu wahren. Dadurch erlangen seine Responsen wie auch seine sonstigen Schriften ausser ihrer eminenten Bedeutung für die praktische Ilalacha und die Kommentierung des rabbinischen Schrifttums auch einen besonderen historischen3) Wert Resp. 255): הבר אני לכר אשר יראי תראה, ein anderes Mal an Samuel Löw Kander, wo es sich um unbegründete Neuerungen handelt (Resp. 125): אני אומי‘ איתן דמייים ph המקילים .... יהי להב אשר שלהב וא^ יהי חלקי עמדים. Er bezeichnet seine Entscheidung nur als theoretische, gestattet die praktische Anwendung nicht (Resp. 284), macht die praktische Anwendung abhängig von der Zustimmung anderer Gelehrter (Resp. 44, 55, 336), will nicht entscheiden, wo ein Ortsrabbiner ist (Resp 6t). 1) Systematische Zusammenstellungen enthalten beispielsweise die Responsen 1, 4, 8, 52, 396; hierher gehören auch die trefflichen Zitatenregister am Schlüsse der einzelnen Bände und das Abbreviaturenverzeichnis am Ende des מדאה״ק. 2) Vgl. Resp. 129; doch polemisiert er auch gegeu Ezechiel Landau. Im Resp. 21 berichtet er, Ezechiel Landau habe seine Erklärung הבל genannt, doch fügt er witzig hinzu: ואקיה שישע ה׳ אל הבל זה. 3) Abgesehen von den vielen biographischen Notizen, die seine Trauerreden z. B. über Ezechiel Landau, Sarach Eidlitz, Jomtob Bondi, Joachim EdL v. Popper enthalten, erwähnt er z. B. das Verbot David Oppenheims, am Pessach Milch zu trinken (ת״מ ה״ג Resp. 325), die Prager Einrichtung, im Erlass- Jahre allabendlich durch öffentliche Ausrufung zum Prosbol aulzufordern (ת״מ ה״א Resp. 72), eine Thorarolle, die der berühmte Gaon R. Jona Landsofer geschrieben (Resp. 71), Neuerungen, die bei einzelnen Gebeten eingeschmuggelt werden (Resp. 90), einen Brauch der Prager Grossenhofschule (Resp. 229* Abschn. 10), den Prager Brauch, am Schuschan Purim die Megilla zu lesen (Resp. 210), die Art, wie Frauen in der Vorhalle der Klaus Kaddisch zu sagen pflegen (Resp. 229, Abschn. 18), die Einwirkungen des Silbereinlieferungspatentes auf den Silberschatz der Synagogen (Resp. 232). Er ist verwickelt in den weithin geführten Streit um den gefälschten Widerrufsbrief Ezechiel