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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 85

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 85)
Language
German
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…/3486266-3486285--4185-3490553
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21 unausgesetzt erhalten werden, gnädigst zu entheben“ und zu befehlen, ״dass die bisher noch immer im engen Verhafft sitzenden zwei Oberjuristen“ auf freien Fuss gesetzt werden mögen gegen ein ״Verbergungsinstrument“, in dem sich die Vorsteher verbindlich machen, ״diese zwei Oberjuristen bei jeder Vorforderung gesteilig־ zu machen“. Die Vorsteher begründen ihre Bitte damit, dass 1. die vorläufige Ursache der Verhaftung aufgehört hat, da die Vernehmung und Protokolle bereits abgeschlossen sein sollen, 2. die ganze Judengemeinde in Unruhe und Besorgnis sei, 3. die beiden Oberjuristen schwächlich und kränklich seien und bei weiterer Inhafthaltung die Gefahr ernster Erkrankung bestehe. Im übrigen verlief das Leben R. Eleasar Fleckeles’ in den ruhigen Bahnen eines ausserordentlich beschäftigten Lehrers })• •Schwere Schicksalsschläge, die ihn trafen, der Verlust der ihm teuersten Personen veranlassten ihn zu um so intensiverer Beschäftignng mit der Thora, der einzigen Ablenkung und Zer- Streuung, die er kannte. Im Jahre 1807 starb seine Mutter Chaje Sara, 1808 seine Lieblingstochter Rebekka, die Gattin Isak Spitz’, und 1811 traf ihn der schwerste Schlag, von dem er sich zeitlebens nicht mehr erholen konnte. Am Neujahrstage des Jahres 5572 starb seine geliebte Lebensgefährtin, die ihm durch 40 Jahre treu in Freud und Leid beigestanden hatte. Um seine Gedanken von der steten Trauer abzulenken, ging er an die Ausführung eines Planes, der ihn schon lange beschäftigt hatte, an die wissenschaftliche Ergründung und Feststellung, welche Gottesnamen in der Thora heilige Bedeutung haben und welche nicht. Es ־werden nämlich in der Thora oft Ausdrücke verwendet, die eigentlich Gott bezeichnen, wie aber aus der Verbindung mit anderen Worten und dem Sinne der betreffenden Stelle hervorgeht, manchmal von den Göttern der Völker oder von den Mächtigen oder von Richtern gebraucht werden. Es ist für die religiöse Praxis nun wichtig festzustellen, wo das betreffende Wort wirklich Gott bezeichnet, also heilige Bedeutung hat, und wo es profanen Sinn hat, weil der Thoraschreiber den 1j R. Eleasar Fleckeles scheint den Kampf gegen die Sabbatianer noch weiter unentwegt öffentlich geführt zu haben; ich deute wenigstens die behördliche Verwarnung vom 23. Februar 1817, die Rabbiner sollten sich aller anzüglichen Reden^besonders bei Leichenreden, enthalten, in diesem Sinne.

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