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Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft · 1913-01-01 · X. 1912 - 5673 (1913) · page 84

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Journal
Jahrbuch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft
Volume
X. 1912 - 5673 (1913)
Date
1913-01-01
Page
– (sequence 84)
Language
German
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sogar bemühen, durch Wohltätigkeit und Synagogenbesuch als musterhafte Juden zu erscheinen und sich so Anhang zu verschaffen. In Wirklichkeit seien sie Gottesleugner, die Unzucht und Ehebruch treiben, sich mit Zauberei und Totenbeschwörung abgeben. Vor allem warnt E. Eleasar Fleckeies vor der Beschäftigung mit dem Sohar * *), zitiert eine Reihe von Stellen aus den Eesponsen Landaus gegen die Beschäftigung mit dem Sohar und jeder Geheimlehre und die Hofdekrete Josefs II. vom 2. November 1785 und Franz IL vom 7. Juni 1794 gegen die Einführung kabbalistiscber Bücher. Rabbi Eleasar Fleckeies liess sich in seinem heiligen Eifer von keiner Rücksicht auf Personen leiten. DieFrankisten rekrutierten sich hauptsächlich aus den wohlhabenden Kreisen; vielleicht ist R. Eleasar einmal in einer seiner Kampfreden gegen sie zu heftig und deutlich geworden; genug, das Volk insultierte einige Frankisten. Diese führten bei den Behörden Beschwerde, und, da das Rabbinat und besonders R. Eleasar mit Recht als die Führer im Kampfe bezeichnet wurden, wurde R. Eleasar und R. Samuel Landau verhaftet. Am Dienstag, dem 23. Cheschwan 5561 (anfangs November 1800), wurden die beiden Oberjunsten gefangen genommen,, in der Nacht des Sabbath, 27. Cheschwan, wieder enthaftet und von der das Gefängnis umlagernden Menge im Triumphe heimgeführt 2). Welche Aufregung dieses Ereignis in der Judenstadt hervorgerufen hat, kann man sieh leicht vorstelien. Die Gemeinde- Vorsteher setzen alle Bebel in Bewegung, so richteten z. B. unterm 13. November 1800 Markus S. Eidlitz, Wolf Moscheies, Michl Jurist und Markus Dormitzer, Vorsteher der Prager Judengemeinde, ein Gesuch an den Oberstburggrafen, in dem sie ihn ״fussfälligst“ bitten, sie ״ihrer Last und beständigen Unruhe, in welcher sie von diesseitiger ganzer Judengemeinde dermalem *) Er selbst zeigt an manchen Stellen seine Vertrautheit mit dem Sohar, so z. B. im אהבת ד,יד, wenn er auch andererseits in einem Briefe an Karolus Fischer vom 22. Tamus 5582 behauptet, dass er sich mit Sohar, Kabbala und allem, was seinen Horizont übersteigt, nicht beschädigt, dass er Bräuche und Sitten, die nicht auf Talmud, Midraschim und Dezisoren zurückgehen, nicht erklären könne. *) R. Eleasar Fleckeles verspricht in der Einleitung zu ת״ם ה״א eine; ausführliche Schilderung dieser Episode unter dem Titel אזכיר תהלנת.

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